Rumlauferei 2018

kurzer Schnelldurchlauf für den Juni...

16.06.2018 - Ahrathon in Bad Neuenahr-Ahrweiler, Marathon im Weinberg

42,2 km, 600hm, 5:12

 

10.06.2018 - Eifelmarathon in Waxweiler bei schwülen 28 Grad...

42,2km, 800hm, 5:23

 

02.06.2018 - Frauenlauf am Bodensee, Lochau nach Bregenz bei 28 in der Sonne

10km, 56:48

 

26.05.2018 Rennsteig!!! 46.GutsMuths-Lauf Eisenach-Schmiedefeld

73,9km / 10:25h / 1800hm

Guten Morgen Allerseits! Es ist halber 6 in der Frühe und ich stehe schon wieder senkrecht parat, werde mich jedoch noch etwas gedulden müssen, bis es gleich ins Schwimmbad in die Chill-Zone geht... Aber die wird auch echt nötig sein, noch hält sich der Muskelkater in Grenzen, aber lange kann es nicht mehr dauern uiuiui.

Da war also gestern der 46. GutsMuths-Rennsteiglauf!!! 73,9km über den Rücken des Thüringer Waldes bei allerfeinstem herrlichen Laufwetter und YEAHHH ich mittedrin JUHUUU!!! Es gilt, langer Lauf, langer Bericht au Backe. Für alle, die nicht so viel Zeit haben, hier schon mal vorab die Kurzfassung:

-       Start um 6Uhr, diesmal Schnappatmung weil sich meine neue Garmin aufgehangen hatte, Rettung durch Silke in letzter Minute DANKE!!!

-       Gleich zu Beginn die meisten Leute getroffen und herrlich gebabbelt: Ewald, Dennis, Claudia, Kuno... Der Rest hat sich leider heute versteckt...

-       Berg und Tal und schöne Waldstücke, einige Anstiege vor allem im ersten Drittel der Inselsberg, hier rettet mich das Magnesium von Lars, merci!!!

-       Hin und wieder holt Ewald mich ein, zuletzt erblicke ich ihn dann beim Bergfest-VP, wo es Heidelbeersuppe gibt, ganz was Neues und sooo lecker!!!

-       Die zweite Halbzeit läuft ganz gut, ein paar gelegentliche Hänger nutze ich, um die unerwartet herausgelaufenen Zeitpolster mit ein paar Wanderschritten abzuarbeiten

-       Die letzten 5-6km werden nochmal richtig anstrengend, es geht jetzt nur noch bergab und das will gelaufen werden, klappt aber noch!!

-       Zieleinlauf mit einem spontanen Mitläufer, der zieht das Tempo an und ich will mich nicht blamieren, also VOLLGAS!!!

-       Geschafft!!! Nach 10:25, die im Fluge vergangen sind, gibt’s ne fette Goldmedaille, ein schönes Finisher-Shirt, Siegerbier und eine Urkunde mit Riesenstempel.

-       Im Festzelt tobt schon der Bär, also ab in die Lederhosn und rauf auf die Bierbänke, heute lass ich’s auch mal krachen, treffe sogar noch Antje als superschöne Überraschung, Party pur sag ich nur

-       Mit ein paar Bierchen intus wackeln Männe und ich dann am Abend noch den letzten Berg zur Auto-Wiese hoch, fallen auf dem ziemlich langen Rückweg nach Eisenach noch hungernd bei Mäckes ein und um Mitternacht ist dann Schicht im Schacht.

-       WAS FÜR EIN SUPERGEILER TAG, ES HAT MAL WIEDER ALLES GEPASST!!!!!

Wenn man so den ganzen Tag durch den Wald läuft, hat man schon viel Zeit und kann sich überlegen, was man so alles in den Bericht schreiben möchte. Leider habe ich noch immer keine Diktier-Vorrichtung, dann wäre das alles schon unterwegs erledigt und vor allem: ich würde nicht die Hälfte wieder vergessen haben!!!

Wann ich mich für den Supermarathon angemeldet habe, weiß ich nicht mehr, aber das war sicher wieder so eine tolle Idee nach einem anderen Lauf, wenn man derilierend auf dem Sofa hängt und nicht weiß was man anstellen soll...

Hilf ja nix, so ein Brett muss vorbereitet werden, hier gilt nun ganz Oscar-like mein besonderer Dank wie folgt:

-       Nummer 1: Männe! Du machst schon was mit... Außer einem gelegentlichen Seufzer ist aber kein Gejammer zu hören, wenn ich mal da hin will zum Laufen oder da noch ne Runde drehen muss oder oder oder... Du bist super!!!

-       Alle meine Trainingsläufe, ob geplant oder spontan, ohne die wäre ich gestern verendet. Die aktuelle Laufsaison läuft so optimal wie noch nie!!! Allein 900km Vorbereitung seit Dezember auf die Bergischen 5 und danach auch nochmal einiges, das hätte ich fast nicht gedacht, aber es hat bislang alles funktioniert, geil!!! Wenn ich da nur an die ganzen Knaller denke wie den Überlebenskrampf beim belgischen Nachttrail, der ziemlich spontane G1 in Kölle, der unverhofft endlich mal gefinishte WUT, die sensationellen Bergischen 5 mit meinem ersten Ultra-Triple überhaupt, der Überaschungs-Marathon auf Kreta und dann noch Vulkan-Lauf und Westerwald-Lauf an Himmelfahrt... der Wahnsinn!!!

-       Alle meine Gräten, ihr seid dieses Jahr noch nie so lange still gewesen, damit ist zwar seit dem Urlaub Schluss und das Gemuckel nimmt zu, aber nun ist der Höhepunkte des Frühjahres geschafft und ich werde einen Gang rausnehmen.

-       Allen meinen Masseuren, die wechseln sich ja ab und jeder knetet was er/sie kann, ich liebe es!!! Und wenn ich dann schwitzend (vor Angst) die Waden durchgejodelt bekomme, weiß ich: es war auch NÖTIG!!!

-       Meine kleine Noname-Blackroll, auch wenn ich die (dummerweise) nicht jeden Tag erquäle, aber die hat auch schon so manchen Beitrag geleistet.

Die Vorbereitung lief echt super und auch wenn die letzten beiden Wochen der Horror waren (Füße taten weh, Beine schwer wie Blei, Urlaubsspeck noch weiter ausgebaut, mental nicht gerade auf der Höhe). Insofern mußte ich mir nicht vorwerfen, nicht genügend getan zu haben, der Rest musste sich ergeben.

Und dann ging es schon im Laufe der Woche nach Eisenach, hier mal im Überblick:

-       Anreise am Mittwoch, Männe und ich wollte eigentlich noch eine Wanderung machen, inzwischen ist sein Rücken aber immer noch so schlimm, dass er kaum zum Auto krabbeln kann. Planänderung: Sightseeing!

-       Sightseeing am Donnerstag, toll, es schüttet wie aus Eimern. Wir kommen nicht weit und machen Cafe-Hopping. Zwischendurch vorbei am Bach-Haus und zum Luther sowieso, die haben sogar eine Luther-Quietsche-Ente!!! Gekauft, die Sammlung wächst und wächst.. (Zuletzt gab’s ja die Marx-Ente und noch eine Geburtstags-Ente, ich werde wohl demnächst ein weiteres Regalbrett an die Wand zimmern müssen)

-       Spontaner Konzert-Besuch am Abend: auf der Kleinkunstbühne tritt eine Queen-Tribute-Band aus Italien auf, Rock’n Roll vom feinsten!! Die Jungs hatten es echt voll drauf und der Leadsänger war der Hammer, nicht nur wegen der super Stimme, der hatte auch optisch was zu bieten eieiei...

-       Freitag: Ruhetag. Aber das Wetter ist so geil geworden, wir müssen RAUS!!! Unser Quartier ist die Sängerwiese, das ist ein Waldgasthotel mitten im Wald und nur 1,4km Waldweg von der Wartburg entfernt. Da geht es heute mal hin. Sehr gemütlicher Spaziergang inkl. Besichtigung dieser wirklich superschönen Anlage!! Wandern macht hungrig, also zieh ich mir mittags schon mal ein paar Klösse mit Kartoffelsalat rein...

-       Nach einer kleinen Verdauungspause geht es dann in die Stadt zum Marktplatz, Startunterlagen holen. Das Zelt mit Klössen und Mucke ist gerammelt voll, draußen auch alle Plätze besetzt, es herrscht schon echte Volksfeststimmung! Die Klösse für die Veggies (sollte es nicht laut Ausschreibung eine Gemüsesoße geben???) werden mit Rotkraut und mit ohne Gulasch serviert, naja, zumindest waren die Dinger ganz annehmbar.

-       Wir staunen nicht schlecht, als die Eisenacher so gegen 20 Uhr die Bordsteine in den Cafes hochklappen und ergattern gerade noch das allerletzte Softeis, bevor dann auch im Eisladen die Schotten dicht gemacht werden. Also bei der Menge an Leuten hätte ich gedacht, daß die noch was Geschäft mitnehmen...

-       Zumindest konnte ich mich nicht mehr überfressen und dann sind wir auch schon bald in unsere Wald-Datscha zurückgekehrt. Den Wald-Zufahrtsweg sollte man eh im Hellen fahren, falls doch mal Gegenverkehr kommt und man zurücksetzen muss...

-       Letze Amtshandlung des Tages: Klamotten rauslegen, Tasche packen, Wecker auf 4:30 Uhr stellen, pennen!!!

Als die Weckerarmada ein paar Stunden später ihre Piepser-Salven abfeuert, kann es losgehen. Alles im Plan, alles griffbereit, ist auch besser so, im Halbschlaf könnte man sonst die Hälfte vergessen (wie z.B. die letzte Portion Magnesium nehmen, weil nicht richtig am Vorabend zurechtgelegt ha ha). Rest passt aber!

-       Wir fahren los mit kleiner Verspätung, denn meine Garmine (ja, die nagelneue Forerunner) ist eingefroren und zeigte seit 4:49Uhr nur diese Uhrzeit an. Als ich das gecheckt hatte, war es aber schon 5:07, ja super!!!

-       Aber null Problemo, die Strassen sind frei, die Innenstadt kann noch befahren werden. Vorsichtshalber springe ich beim Klohäusel schon mal aus dem Auto und stelle mich in die Schlange.

-       Also ich weiß nicht genau, wie viele Dixies auf dem Markplatz waren, gesehen hatte ich nur 2 (in Worten ZWEI). Für 1800 Teilnehmer eine echt magere Leistung.

-       Als Männe zurückkommt, hämmere ich schon seit geraumer Zeit auf der Garmine rum, sie friert dauernd ein und ich kann sie auch nicht rebooten, irgendwann tut sie GAR NIX mehr und ich hab den Kaffee auf. Leicht ungehalten überlasse ich die Uhr ihrem Schicksal an Männes Arm und lege mir mein Trailhandy griffbereit in den Rucksack.

-       Also rüber ins Starterfeld!! Noch 15 Minuten oder so.

-       Als wir da so stehen und ich wieder mit der Garmine hadere, kommt die Silke und der Andreas umme Ecke. Der Läufergott hat mir einen Engel geschickt, denn Silke kennt sich aus mit zickigen Garminen und schafft es mit einen Supertrick die Uhr zu rebooten, juhu!!! Mein Tag ist nun gerettet, 10-100 Kilo Steine fallen polternd zu Boden, ich kann endlich beruhigt an den Start gehen, vielen DANK!!!

-       Während Männe sich nun auf seinen Fotoposten begibt, schlängel ich mich ins Startergetümmel und werde prompt vom Ewald aufgegabelt. Die Wiedersehensfreude ist riesig und weil es sich einfach so ergibt, laufen wir auch die ersten paar Kilometer immer wieder zusammen, ach was schön!!!

-       Genau, Startschuss Punkt 6 Uhr, direkt nach der Rennsteig-Hymne, deren Text noch Melodie ich genauer kenne, aber mitwippen kann man immer hihi

Und nun wäre das mit dem Diktiergerät echt ne feine Sache, ob ich jetzt noch alles in richtiger Reihenfolge zusammenbekomme, mal schauen:

-       Zur Strecke: gleich nach dem Start erst mal ordentlich Steigung und gemütliches Anwandern. Die ersten 25km geht es eh fast nur bergan und bis zum Inselsberg lassen es die meisten auch ruhig angehen. Danach soll es moderater zugehen. Ja, da waren ein paar Steigungen, aber die waren alle ok und auf den breiten Wegen irgendwie weniger schlimm als angekündigt.

-       Unterwegs ein paar Gespräche und da wäre dann der Lars lobend zu erwähnen, der mir eines seiner zahlreichen Magnesium-Tütchen schenkt, damit ich auch nach dem Inselsberg noch was zu laufen habe, sehr nett von ihm, vielen Dank!!

-       Gleich zu Beginn treffe ich die beiden KUT’ler Claudia und Kuno und kann es kaum glauben, letzte Woche noch voll der Megatrail und heute schon wieder auf dieser mordslangen Strecke unterwegs, nicht schlecht!!!

-       Fast zeitgleich sehe ich auch den Dennis und die Freude ist groß. Wir laufen ein Stück zusammen und ich bekomme nochmal ein paar Tortour-Impressionen aus erster Hand eingeimpft, das macht natürlich Laune und so trabe ich (zu diesem Zeitpunkt noch) recht fluffig weiter.

-       Auf den ersten 10 Kilometern spielt sich dann das gewohnte Programm ab: Knie tut weh, Hüfte tut weh, Füße tun weh. Warum auch immer, es läuft sich raus und bis auf ein paar kleine Zwickerleins soll es auch so bis zum Ende bleiben. Natürlich ist das alles nicht optimal, aber so lange ich nicht völlig eckig laufe oder wie letztes Jahr beim Bärentrail humpeln muß, ist alles im grünen Bereich!!!

-       Bei km 23 schmeiße ich im Anstieg das Magnesium-Pulver ein und verschlucke mich prompt auf so dämliche Weise, so daß die nächsten 100 Meter eher ein kleiner Kampf gegen mögliches Ersticken sind. Super, man soll halt wenigstens kurz stehen bleiben...

-       An den VP’s gibt es unterschiedliche Bestückungen, ich wiederentdecke heute meine alte Liebe zur Apfelsaftschorle und Apfelschnitz in Salz. Meine eigenen Fressalien (die geilen Rohkostriegel) bleiben fast unangetastet, es ist einfach genügend da.

-       Am Bergfest-VP bei KM 37,5 gibt es sogar Heidelbeersuppe, ein lauwarmes Gebräu aus vermutlich Haferschleim und eingemixten Heidelbeeren, kaum zu glauben, aber das Zeug schmeckt lecker!!

-       Bei KM 45 gibt es NUTELLA-Brot, ich fasse es nicht, das schmeckt irre gut und am liebsten hätte ich das ganze Tablett aufgefuttert. Die Schnittchen, auch die mit Schmalz und Wurst und Schmiere, die sahen ALLE gut aus, schade, daß man nicht so viel essen kann wie man möchte...

-       Im späteren Verlauf wird mir das süße Zeug aber über und alleine der Gedanke an Datteln oder Nutella lässt mir Übelkeit aufsteigen. Aha, sowas hatte ich auch noch nicht! Nun gut, ich steige also auf Frischkäse-Schnittchen mit Schnittlauchröllchen um und könnte mich selbige reinlegen, dazu ein Schluck Wasser, herrlich!

-       Einmal verpasse ich das Wasser und nehme Cola, uah, das Zeug ist beim Laufen nix für mich, keine weiteren Experimente!!! Auch beim Bier am VP bei KM65 in Schmücke lasse ich die Finger, die letzten 9km würde ich gerne ungekotzt zu Ende laufen...

-       Zwischenzeiten. Mein Plan war: 12 Stunden notfalls voll ausnutzen und jedes Drittel in 4 Stunden zu schaffen. Als ich oben den Inselsberg erreiche, zeigt die inzwischen gnädigerweise wieder tadellos funktionierende Garmine 3:40 an. Super!!! 20 Minuten Luft und ein gutes Gefühlt noch dazu.

-       Bei der Halbzeit stehen 5:14 auf dem Wecker und ich freue mich, denn die zweite Wegeshälfte soll weniger ansteigend sein. Damit könnte man mehr laufen, dennoch wird man (also ich jedenfalls) auch langsamer, also Zielzeit unter 11 Stunden möglich, hört sich super an!!

-       Bei KM40 geht es dann aber wieder einen fiesen Anstieg hoch und ich frage mich, war der echt geplant?

-       Bei KM42,2 würde ich es gerne wie Sigrid und Roland halten, die beiden gönnen sich dann immer ihren Marathon-Kuß. Aber weder die beiden noch Männe sind greifbar und wildfremde Menschen wollte ich auch nicht überfallen.. Also knutsche ich mich selbst, immer noch besser als mich in den Arsch zu beissen (was für eine Alternative...)

-       Kaum über Marathon Nummer 19 gefreut, kommt die Quittung in Form eines noch giftigeren Anstiegs, jedenfalls kommt es mir so vor. Und dann mache ich mir Gedanken über den noch bevorstehenden KM46. An Himmelfahrt hatte ich da keinen Bock mehr, Knie tat weh, alles doof. Ich beschliesse, km 46-50 als persönliche Himmelfahrt anzutreten und mich nicht ärgern zu lassen. Als dann das Nutellabrot bei KM45 kommt, ist die Himmelfahrt fast vergessen und die Zuckermoleküle benebeln mich derart, daß ich erst später wieder wach werde und den Moment gerade noch mitbekomme, als die Stoppuhr bei exakt 50,05km die Zeit von 7:00:00 anzeigt. Juhu!!! Wieder ein Trauma besiegt!!! Und dazu noch gut 20 Minuten schneller als beim Westerwaldlauf, sieht also echt gut aus heute!!!

-       Frohgemut trabe ich dem Grenzadler bei 54 Komma entgegen, hier sollte Männe auf mich warten und mich bei einem etwaigen Ausstieg einsammeln. Aber NEEE, ich komme auf den Parkplatz zu, stehen eh nur 10 Autos rum, aber von der weißen Schlicker keine Spur. Ohje, hat er es etwa nicht geschafft? Jetzt mache ich mir Sorgen... doch alles prima, Männe steht am VP und fragt mich erst gar nicht, ob ich weiterlaufen werde, ich kann noch aufrecht gehen, habe genügend Adrenalin intus, da gibt es nur eine Devise: WEITER!!!!!

-       Die letzten gut 19km beginnen mit einem netten Anstieg und auch wenn mir der Süßkram zum Hals raushängt, ein Gel muss heute mal bei KM60 seine Wirkung zeigen. Ich merke inzwischen, dass sich mein nicht absolviertes Rumpfstabitraining in Form von Trittunsicherheiten auf Geröllpassagen auszahlt, jaja, da wurde ganz schön geschludert...

-       Dennoch blühe ich aber sowas von auf, als das ein oder andere Wurzelstück des Weges kommt! Wie auch immer, hier geht der Gaul durch und ich pflüge mich durch die Wandertruppen wie ein heißes Messer durch Butter (wenn nicht sogar NOCH schneller zwinker). Sicher alles kein echtes RENN-Tempo mehr, aber das hat mir Abstand am meisten Spaß gemacht!!!

-       Apropos Wege: die Veranstaltung muss 1800 Leute durch den Wald bringen, insofern kann ich Verständnis aufbringen, wenn die zu laufenden Wege fast alle ziemliche Waldautobahnen sind. Für meinen persönlichen Geschmack hätten es natürlich die teilweise parallel verlaufenden Wurzel- und Matsch-Pfade auch getan, aber dann wären die armen wenigen Wandersleute von 1800 Läufern ganz schön plattgebügelt worden...

-       Ja, und dann kommt das Ziel in Reichweite, man kann Schmiedefeld praktisch schon riechen. Ein letzter „Anstieg“, ein paar Meter durch die Dorfstrasse und dann Zieleinlauf!!! Ein Mitstreiter nimmt mich einfach mit und es bleibt mir nix übrig, als einen Sprint hinzulegen. Dass der noch klappt ist mir ein Rätsel, aber blamieren will ich mich auch nicht, also VOLLGAS JUHUUUU!!!

-       Im Zielbereich dann die Erkenntnis: Mann, wie geil war das jetzt? Nun ist auch diese Strecke bewältigt und die Zeit (gut 10:25) verflog so schnell, wo ist nur der Tag geblieben??? Geiler Scheiß eben!!!

Männe steht auch schon parat und schießt ein paar Fotos, ich trödel noch was rum und freue mich mit den anderen. Teilweise hüpfen die rum, als wäre nichts gewesen und führen Freudentänze auf, wer da nicht gute Laune bekommt wäre selber schuld.

So, DAS war der erste Teil, nun geht es in den Endspurt des Tages!

-       Es wird nochmal anstrengend, Männe hatte noch keine Gelegenheit, das Areal auszukundschaften, also irre und stolper ich erst mal etwas überfordert auf der Zielwiese rum und suche mir nach und nach die nächsten ultrawichtigen Stationen zusammen: wo gibt es SIEGERBIER, FINISHER-SHIRT, URKUNDE, MEDAILLENGRAVUR und DUSCHE???

-       Am Ende schaffe ich auch diese Herausforderung und treffe auf Ewald, der letztlich nur ein paar Minuten später ins Ziel läuft. Respekt, er läuft sein Ding und hat immer noch mehr Marathons auf seiner Liste als ich Marathonkilometer gelaufen bin, absoluter Wahnsinn!!

-       Ins Ziel laufen aber auch Männer, bei denen es die 40. oder gar 43. Teilnahme am Rennsteig-Supermarathon war, sensationell!!!

-       Die Sonne lacht und nachdem ich entsalzt und wieder vorzeigbar bin, geht es erst mal auf die Fressmeile. Ich habe schon die Lampe glühen, das Siegerbier haut voll rein, also lautet die logische Schlussfolgerung: total unvegan und verwerflich unvegetarisch: Fischbrötchen!!! Sorry Fisch, aber ich konnte nicht anders...

-       Einigermaßen gut gestärkt geht’s dann rein ins Zelt. Hier ist schon Stimmung und einen Platz zu finden ist auch nicht einfach. Erst sitzen wir ganz gut, aber als um 1800 die Musik anfängt, müssen wir umziehen, denn ein Platz direkt vor der Box ist nix für meine zarten Öhrchen.

-       Wir haben Glück, finden eine schöne Bank, haben auch bald Gesellschaft von vielen netten Leuten, vor allem Andreas aus Hildesheim und seine Freundin, da kam richtig gute Laune und super Stimmung auf!!!

-       Eine besondere Überraschung war, die Antje zu erblicken, musste ich dann auch gleich mal rüberlaufen und weil es nicht anders ging, haben wir uns zur Feier des Tages auf dem Tisch stehen begrüßt. Und natürlich ganz viel gebabbelt!! Ach wat schön!!

-       Zwischen jeder Bier-Auffüll-Tour bin ich dann noch das Zelt abgegangen auf der Suche nach weiteren Verdächtigen und konnte dann auch die beiden Jua-Hosenträger Claudia und Kuno entdecken. Ich war ja heute mal in bayrischer Lederhosn unterwegs, sonst hätten wir bestimmt ein schönes buntes Dreierbild abgeben können.

-       Trotz Polonaise und Adlerblick fand ich leider sonst niemanden mehr, hatte ich doch Ausblick nach Katja und Stephan gehalten, die mir heute noch gar nicht über den Weg gelaufen sind (logisch bei Katja, sie ist ja auch ein paar km/h schneller unterwegs, also Rakete wie immer).

-       Nach ein paar leckeren Schwarzbierchen hatte ich dann einen angenehmen Füllstand erreicht und in Anbetracht der Tatsache, dass der Wagen in 2 km Entfernung (auch das noch) und vor allem OBEN auf dem Berg steht, sind wir dann so um halber 10 aufgebrochen.

-       Auf der Rückfahrt (über 80Kilometer!!!) überfiel mich dann noch ein kleines Hüngerchen, so dass wir nach Jahren mal wieder bei BK (nicht Mäckes, war mir aber gestern auch egal) waren und den echt leckeren Veggiburger ausprobierten.

-       Close mappe list dann um Mitternacht, den Aufschlag aufs Kopfkissen habe ich nicht mehr mitbekommen...

Was für ein geiler Tag!!

Heute morgen um 5 war ich dann schon wieder wach und schreibe seitdem den Bericht, Männe pennt noch, eben rappelte der Wecker, wir werden wohl heute mal den Tag im Schwimmbad verlunzen!!!

Allen, die es gestern auf dem Rennsteig geschafft haben, herzlichen Glückwunsch!

Allen, die diesen Bericht geschafft haben zu lesen, herzlichen Glückwunsch!!

Auf in den nächsten schönen Tag und bis bald!!!

10.05.2018 An Himmelfahrt in Rengsdorf – wo sonst?

50km / 1376Hm / 7:18:21

Hui Wäller! Mit dieser international bekannten Parole fiel heute morgen um 8 der imaginäre Startschuß zum 50km-Westerwaldlauf in Rengsdorf.

Im Vorfeld zum Vatertag konnte ich mich üppig vorbereiten: Nudelgericht am Vorabend, nix gelaufen seit letztem Samstag, dafür an selbigem dann aber stramme Höhenmeter beim StoneExpertsTrailRun in Urbar eingelaufen, so daß ich froh war, endlich den Muskelkater loszusein. Man könnte auch sagen: topfit sieht anders aus höhö.

Egal, was juckt mich das? Juhu, es kann also losgehen! Im Starterfeld fanden sich einige bekannte Gesichter (samt dazugehörigem Restkörper) ein und so war die morgendliche Begrüßung schon richtig viel Arbeit, hier noch babbeln, da noch schnacken, ach wat schön! Die Leute hier sind schon krass drauf, das ist es ja, was so einen Lauf ausmacht und weshalb man sich so freut, dabeizusein. Hier mal 2 Zitate von heute morgen: (bezogen auf das Wetter, jeder normale Vattertagfeierer fands scheiße, aber die Läufer...) „Petrus muß ein Ultraläufer sein“ und „Deshalb laufe ich keine Marathons mehr, das ist mir zu anstrengend“. Ok, so tickt es nun mal in der Langlaufgemeinde, sehr entspannt!!

Genauso locker ging es dann zum Start, etwa 20 Meter vom Parkplatz entfernt (damit wir nicht so weit haben, jeder Meter zählt). Der Veranstalter beschrieb nochmal die Strecke und die damit verbundene Arbeit (was wir auch wirklich zu würdigen wissen!!! Und gleich vorweg: die Beschilderung und Streckenmarkierung war außerordentlich vorbildlich!!! Verlaufen UNMÖGLICH!!!) und schickte uns dann kurzerhand mit dem Westerwälder Kriegsschrei „Hui Wäller“ auf die schöne Runde. Zeitnahme gibt es keine, jeder stoppt sich selber, als Nachweis für die gelaufene Strecke führt jeder Teilnehmer (auch die Wanderer auf allen Distanzen) eine Stempelkarte mit und die wird dann unterwegs abgestempelt.

In weiser Voraussicht daß sich das schöne Wetter nicht ewig halten wird, hatte ich eine Tüte für die Karte dabei, so daß diese nicht von Regen und was auch immer aufgeweicht werden konnte. Der ein oder andere durchgeschlabberte Lappen van Andern konnte im Ziel nur noch in Fetzen abgegeben werden, wäre doch schade um die schönen Stempel. Außerdem war ich noch mit meiner Regenfolienjacke bewaffnet. Daß sich der heutige Tag als Regenjackentesttag entwickeln würde, hätte ich besser auch mal vorausgesehen, denn dann hätte ich vielleicht auch meine wasserdichten Salomons angezogen und nicht die normalen Treter. Um es vorweg zu nehmen: die Schwimmhäute sind wieder weg, die Schrumpeln auch, bleibende Schäden sind an dieser Stelle nicht zu erwarten. Die Schuhe werden nun wochenlang trocknen müssen...

So, nun wieder zur Strecke. Kurfassung: 50km geile Wege und Trails! Eine wunderschöne Zusammenstellung von Rheinsteig, Saynsteig und Iserbachschleife mit allem, was die Gegend zu bieten hat. Nun sind mir die einzelnen Abschnitte teilweise bekannt gewesen, doch die schöne Kombination hatte es echt in sich. Mit über 1300 Höhenmetern war das ganze keine Kindertour und der ein oder andere Anstieg bissig oder endlos lang...

Dann der erste Regenschutt, kurz und schmerzlos und eher noch in der Kategorie „schöne Abkühlung“. Aber die zweite Regenphase hielt gut 2 Stunden an und es kam teils wie aus Eimern runter. Dazu auf den Höhen noch ordentlich Wind, uahhh, da kommt man nicht mehr ins Schwitzen... Heldenhaft die Besetzungen der VPs, die bei diesem Scheißwetter stundenlang am VP stehen, sich halb totfrieren, am Ende auch garantiert pitschepatschenaß waren und trotzdem noch flotte Sprüche draufhaben („gut eincremen nicht vergessen!“).

Die VPs waren für meinen Geschmack ausreichend bestückt, ich konnte in Bananen mit TUC schwelgen und dabei Apfelsaftschorle in rauhen Mengen nachkippen. Im letzten Drittel kam dann noch die ein oder andere Spezialität aus dem Hause Hachenburger dazu, da halte ich mich aber raus, wenn ich im Zickzack laufe schaffe ich den Zielschluß nicht... Hätte ich vielleicht aber besser mal, dann hätte ich mir das linke Knie betäuben können. Ohne irgendwelche Drogen hämmerte dieses leider ab km 40 ganz schön vor sich hin und beim letzten Gefälle war klar: heute gibt’s AUA. Die Bergrunterballerei vom Samstag sollte sich ein klitzekleinesbischen rächen, mit jedem Kilometer wurde es eher schlechter als besser und so humpelte ich mich dann sehr gemächlich (also NOCH gemächlicher als eh schon) in Richtung Ziel.

Bei km 46 hatte ich dann echt keinen Bock mehr, fand aber noch uralten Traubenzucker im Rucksack und nachdem der mich nicht umbrachte sondern eher belämmerte, konnte ich mich dann doch noch einigermaßen zum halbwegs anständigen Finish retten. Puh, geschafft! Sogar noch 11 Minuten unter meiner eigenen Wunschzeit, sehr gut!!! Immerhin besteht damit Hoffnung, in gut 2 Wochen die Rennsteig-Cutoffs nicht zu versemmeln, schön wär’s!

Auf dem Zielparkplatz standen dann schon die Cheerleader und die Hymne wurde gesungen. Quatsch, viel besser: Björn stand noch da und begrüßte uns alle mit den ungefähren Worten: Jetzt sind alle im Ziel, jetzt brauche ich mir keine Sorgen mehr um Euch zu machen, und in der Zwischenzeit habe ich schon mal meinen Bericht geschrieben. JAJA, wenn man so schnell läuft, kann schon mal Langeweile aufkommen höhö. Aber ich habe mich sehr gefreut über diese schöne Geste!

Weiter gings dann Richtung Freibad, aber nee, heute nix schwimmen, bei der Kälte freute ich mich auf die heiße Dusche. Konnte ich dann leider doch knicken, es gab tatsächlich nur kaltes Wasser. Na gut, dann eben Katzenwäsche und flugs zur Urkundenstation, hier werden die Zertifikate noch liebevoll von Hand geschrieben, bei Bedarf kann man auch eine Medaille erwerben. Weiter zur Theke, mir war echt kalt und eine Schüssel Erbsensuppe sollte da Abhilfe schaffen. Naja, die Außentemperaturen haben wohl auch die Suppe erfroren und so konnte ich nur Halbwarmes genießen. Daß übrigens nicht jeder so mimimi ist, bewies Rennmaus Bine, die tatsächlich im Freibad GESCHWOMMEN ist!!! Wow!!

Nach einem ebenfalls nicht ganz heißen Kaffee zog es mich dann aber doch Richtung Auto, wo Sitz- und Lenkradheizung heute mal ordentlich gefordert wurden.

Ein schöner Tag war es wieder mal gewesen! Das bischen Regen war nicht so schlimm, die abgestürzten Temperaturen waren halt so, die Strecke ein echter Traum, die gute Laune von Helfern und Teilnehmern mal wieder super und die heutigen Muskelverspannungen kann meine Masseurin morgen bestimmt wieder gradebiegen.

So geht Himmelfahrt, Rengsdorf ist einfach spitze und auf das nächste Jahr freue ich mich schon jetzt!!

(Bilder von Bine und Björn)

01.05.2018 Lohner’s Vulkan-Marathon in Mendig

42,2km / 900hm / 5:10:09

 

uiuiui, da kommt man grade aus dem Urlaub und schon wieder MARATHON!!! Naja, nach zwei Wochen Lotterleben, einzelnen Minilaufeinlagen, diversen Schluchtenwanderungen und jeder Menge Raki und Brot mit Olivenöl war nicht viel zu erwarten.

Entsprechend vorsichtig optimistisch bin ich dann also leicht übernächtigt frühmorgens nach Mendig gefahren und hatte dann erst mal einen Navigations-Gau. Mendig zu finden, null Problemo, aber dieser SPORTPLATZ?? Au Backe, nach einigen Runden durch den Ort konnte ich dann doch noch die Arena finden und war schon leicht mit den Nerven am Ende. Das nächste Mal schreibe ich mir wieder VORHER auf, wie die Strasse heißt... Anfängerfehler grrrr.

Nun gut, Start sollte ja um 8:00 Uhr sein, meine Uhr zeigte beim Abholen der Startnummer 7:46 an. WIE BITTE?? In Windeseile also angemeldet, Pipi, Brotgutschein eingelöst und dann ab in die Halle, fertigmachen für den Start. Dann glücklicherweise doch noch festgestellt, daß meine schöne neue Forerunner falsch ging, warum auch immer, und ich 30 Minuten Luft hatte, PUH!!! Diese Art von Stress mag ich zwar nicht, finde es aber dennoch herausfordernd damit umzugehen. Da kommt halt immer mal der Master of Desaster bei mir durch...

Das mit der nun im Überfluß verfügbaren Zeit war auch wirklich gut so, denn nun ging der VOR-Marathon los: so viele Lauffreunde wie heute habe ich wohl noch nie vor einem Start getroffen!!! Als erste überfiel mich die Bine, dann kam es Schlag auf Schlag: Jasmin, Silke, Katja... Helmut, Thomas, Pirmin, Oliver... Eine große Wiedersehensfreude jedesmal und natürlich viel Gebabbel, ach wie schön!! Mit Jasmin ergab sich noch ein Superdeal, meine nicht gerade plattgesessenen Yogakissen gegen eine wahre Wundertüte mit feinstem Olivenöl, Sekt, Nudeln und SCHARFMACHER, juhu, das nächste Wochenende wird’s also interessant!! Silke bekam noch die Etrex-Anleitung (damit sie sich nun hoffentlich ab Juni nicht mehr verläuft) und dann ging es auch schon raus an den Start.

Es war KALT!!! Das Thermometer zeigte so um die 6 Grad an, Ärmlinge und Handschuhe waren Pflicht, zum Glück zog ich noch ein zweites T-Shirt unter, eine Mütze wollte ich zum Maianfang dann aber doch nicht mehr aufziehen... Am Ende wird’ ich noch mimimi...

Jetzt aber zum Wettkampf! Der Start war pünktlich, um die 100 Leute trabten los und ich konnte mich gemütlich in Bewegung setzen. Bine lief ebenfalls sehr gemütlich los, hatte sie doch am Samstag noch die Harzquerung erlaufen und wollte nicht gleich losballern. So konnten wir die ersten Kilometer gemeinsam die schönen Wege genießen und hatten Spaß beim Babbeln und Fotografieren. Irgendwann kamen dann Helmut und Thomas auf uns aufgelaufen und wir mischten die Laufpaarung neu durch, Bine zog mit Helmut von dannen und ich war gut bei Thomas aufgehoben, wir hatten ja kürzlich erst den Saalethal-Marathon gemeinsam durchlaufen, das paßte perfekt. So ging es kurzweilig durch die schöne Eifel, mal im Wald, mal auf Wegen, vorbei an vielen aufmerksamen und gut gelaunten Helfern und Kuhglocken-bestückten VP’s. Nach dem Disco-VP im Wald mußte ich dann aber echt mal in die Büsche und verpaßte den Wiederanschluß an Thomas, konnte auch leider nicht mehr aufholen und lief dann einige Zeit solo, mal mit Sylvia und zuletzt mit Helmut. Bei den letzten beiden handelt es sich übrigens um echte Supermarathonis mit jeweils mehreren hundert Marathons, da wird man schon mal andächtig... Die Devise heute lautete: ANKOMMEN und nix kaputt machen, das Programm in diesem Jahr ist noch nicht zu Ende!

Und dann, nach heute mal deutlich gut über 5 Stunden (bei aber auch 900 Höhenmetern), vielen gelben Rapsfeldern und leuchtend grüner Landschaft in teils windiger Eifel, war auf einmal das Ziel erreicht! Einlauf auf’m Sportplatz, gewonnen!! Also was man so in meiner Mops-Klasse so gewinnen kann: die schöne FINISHER-MEDAILLE!!

Dann rüber zur Ziel-Tränke, Apfel und Wasser eingeschmissen, muß nicht immer Erdinger sein (hätte bei der Kälte eh nicht geschmeckt) und schnell rein in die windfreie Halle. Hier traf ich dann auf Steffen und Max vom Lauftreff SC Selters, schnabulierte gleich mal 2 schöne Stücke Lohner’schen Blechkuchen und sah mir noch mit Silke und Andreas ein paar sehr schöne Siegerehrungen an.

Steffen und Max waren heute auf Halbmarathon-Strecke unterwegs, hier konnten wir zwar nicht zusammen laufen, aber nach dem Lauf ergab sich noch ein schönes Wiedersehen in der Halle!! Die beiden liefen heute super Zeiten: 1:56 und 2:16!!!

Da es wohl nicht mehr viel warmes Wasser geben sollte, verlagerte ich die heiße Dusche in den Westerwald und machte mich schwer bepackt und happy wieder auf den Heimweg. Immerhin hatte ich neben der Wundertüte auch einen vollen Startbeutel bekommen, noch dazu das leckere Mischbrot (von dem 1 Tag später nur noch ein Scherzel/Knirnchen übrig ist...)

Eine sehr schöne Veranstaltung, viele Teilnehmer (auch Walken und Wandern war möglich), lauter glückliche Gesichter, so geht Feiertag!!

15.04.2018 - Samaria Crete Marathon (Urlaubslauf)

42,2km / 191hm / 4:48h

Vermutlich bin ich heute (so fühlt es sich jedenfalls an) im Club der Verrückten angekommen. Was ist passiert?

Kurzform: Bergische 5 – 1 Tag müde – 1 Tag nach Kreta reisen – Samaria Marathon check yeahh!

Manchmal muß man die Gelegenheiten einfach beim Schopfe packen!!! Also da bin ich eigentlich von der vergangenen Woche noch total platt (die Bergischen 5 hatte ich mit flexibel gestalteten Etappen von in Summe 206km und schlappen 5651 Höhenmetern überlebt) und kann kaum krabbeln. Der Ausruhtag danach (immerhin habe ich Bier, Sekt und Pizza inhaliert und war am Abend der Siegesfeier entsprechend knülle) war anstrengend und dann kam der Samstag mit Anreise nach Kreta (2 Flüge mit Aufstehen um 2:45 Uhr sind auch irgendwie übel). 
Wir landen leicht gestresst auf dieser Insel, mein erstes Mal in Griechenland überhaupt, holen den klapprigen Mietwagen und tuckern in Richtung sonniges Chania Old Town, genau da mittendrin, wo man mit dem Auto nicht hin darf haben wir unser Hotelzimmer und schleppen auf dem letzten Loch die Koffer ratternd über gröbstes Kobpfsteinpflaster hin.
Der Abend klingt gemütlich aus, jedenfalls schauen wir uns den Hafen an und halten den Spaziergangsradius etwas enger. Fast wären wir schon umgedreht, als wir neugierig ein altes Gemäuer am Hafen betreten. Drinnen stehen Schreibtische und darauf 4 Schachteln mit der Beschriftung 2,5 , 5, 10 und Mxxxxxn (also diese griechischen Hyroglyphen). Ich raffe dann irgendwann, daß hier wohl am Sonntag ein Volkslauf stattfinden soll, ach, 10km mit den müden Beinen wäre ok, aber auch etwas peinlich, weil ich ja mit mops 7 unterwegs bin. Und DANN zündet mein Hirn die letzte Rakete des Tages und übersetzt das Mxxxxxn auf der 4. Schachtel: MARATHON. OMG!!!! Nun geht alles ganz schnell: nach 0,00422 Millisekunden wird mit klar: ich werde mich REGISTRIEREN. Einen Marathon in GRIECHENLAND zu laufen, wenn DAS kein Oberknaller ist!!! Wie geil ist das denn, da buchen wir vor Monaten recht zufällig diese Reise, und dann findet gleich am richtigen Tag und im richtigen Ort ein Marathon statt!!! Nicht nur einer, sondern DER 3. Kreta Marathon.
Nun wird es ernst. Die Vorbereitung zu diesem Lauf war ja doch untypisch, klar, die Kondition ist da, aber die Gräten sind arg strapaziert. Zu retten ist nun nur noch das Carboloading, welches sofort in Form von leckeren Tagliatelle vorgenommen wird. Dazu jede Menge Brot (ein Brötchen nehme ich mit fürs Frühstück) und ein Schnäpschen zur Besinnung. Im Teilnehmerbeutel war ein kleines Glas Honig, den Früchtenachtisch packe ich auch ein. Man stelle sich mal vor, für die fast schon ungewohnt günstige Startgebühr von 25 Euro gibt es T-Shirt (sehr schönes!!!), Olivenöl, Kräuter, Honig... und die Aussicht, bei mindestens 20 Grad in der Sonne zu schmoren, uiuiui.
Doch recht aufgeregt geht es bald ins Bett, vorher lege ich noch die Laufsachen raus, ich habe zumindest die „im-Urlaub-eine-kleine-Runde-drehen-Klamotten“ dabei, leider weder Salztabletten noch Hirschtalg oder Vaseline. Naja, erschwerte Bedingungen also. Muß halt auch mal so gehen. Meinen Trailrucksack habe ich auch dabei, den lasse ich aber im Koffer, bei einem Strassenlauf muß das nicht sein... ABER: ich finde darin noch 2 Power-Gels JUHU!!! Und die passen in mein Messer-Gürtel-Täschchen, perfekt, kann losgehen.
Um halber 7 stehe ich auf, verschlinge die gesammelten Sachen und gehe mit Männe rüber zum Start in der Nähe des Marktplatzes.

Hier tümmelt sich schon einiges an Laufvolk und in der Startaufstellung finden sich noch jede Menge anderer Deutscher, die ihren Urlaub extra so gelegt haben, daß sie am Kreta Marathon teilnehmen können. Jürgen aus Bamberg und Franz aus Nürnberg sind extra angereist und mindestens genauso bekloppt wie ich, da kommt super Stimmung auf!!
Punkt 8 Uhr ertönt ein (echter) Startschuß (das Militär übernimmt da wohl gewisse Funktionen) und es geht los!!! Die Strecke ist überwiegend flach (191hm laut meiner Uhr) und geht durch Chania, entlang der Küste westwärts durch die Ortschaften und dann wieder retour. Fast kein Baum wird Schatten spenden, als so gegen halber 10 die Sonne deutlicher hervorkommt. UAHHH, ich habe die SONNENCREME vergessen, das kann ja lustig werden. Meine Pace kann sich sehen lassen, im Laufen sind es zumeist 6:30, bin sehr zufrieden. Bei KM 1 tut dann der Fuß weh (fühlt sich an wie Trümmerbruch), bei KM2 übernehmen die Schienbeinkanten, bei KM 3 ist das linke Knie dran. Das geht jetzt die ganze Zeit so weiter und ich frage mich, wie das noch enden soll.
Bei KM 4 kommt der erste VP. Und das wird „anders“, denn hier gibt es 500ml Wasser am Stück in einer schönen kleinen PET-Flasche. Die meisten trinken nur einen Schluck und schmeißen die Flasche dann weg, welch eine Verschwendung!! Als braver Deutscher werde ich meine Flasche (und noch 3 weitere) brav mit mir mitschleppen und immer schön austrinken bzw. zur gelegentlichen Erfrischung nutzen. Ob ich jetzt 5 Tage meine Stöcke rumtrage oder hier mal Wasser schleppe ist dann doch auch egal.
Bei KM 8 habe ich keine Lust mehr, es geht ständig auf und ab und immer auf der Hauptstrasse durch die Ortschaften. Aber die netten Leute, die schon rumstehen, feuern an, also weiter!! Weitere Ereignisse kann ich nicht mehr so genau zuordnen, von daher mal in Kurzform:
- Ein Läufer vor mir ist halbseitig gelähmt und wird sich dennoch ins Ziel humpeln
- Ein Teilnehmer sitzt im Sport-Schiebe-Rollstuhl und wird von einem Anschieber über die Strecke gebracht, die beiden finishen mind. 60 Minuten vor mir, wow

- Eine Oma nimmt teil und übernimmt tapfer die rote Laterne, wird aber von allen frenetisch angefeuert, DAS ist Sportsgeist!!!
- Die Strecke ist ja nicht zu verfehlen, dennoch: beste Markierung und vor allem: die Strecke ist KOMPLETT für uns GESPERRT. Also die HAUPTSTRASSE ist stundenlang dicht. Und unser heimatlicher Ort Sxxxxx bekommt es nicht hin, für einen 10km-Osterlauf die Hauptstrasse für 3 Stunden abzuriegeln... 

- Die Leute hier sind der Knaller: ALLE feuern an und haben gute Laune und strahlen!!! 
- Die Helfer sind zahlreich, ALLE strahlen ebenso, auch die Polizisten in dicker schwarzer Uniform bei mittlerweile 23 Grad
- Die Sanis stehen überall parat oder fahren auf Moped und Fahrrad Streife

- Die Bananen bei KM 20 und 25 sind privat organisiert, cool!!! (Es gibt tatsächlich nur Wasser auf der Strecke, hier fehlt echt noch der Oliver Witzke mit seinen VP-Menüs)
Bei KM 37 oder so komme ich wieder in den Zielbereich und laufe in den Pulk der 10km-Läufer ein. Das sind hunderte, wenn nicht tausende!!! Aber ich lande in dem Teil, wo eher mehr gegangen und gequasselt wird, so daß ich durchlaufen muß. Einerseits ein geiles Gefühl, andererseits etwas anstrengend, das Gehopse zwischen den ständig querlaufenden Hindernissen... 
Seit KM36 kann ich die noch so seichten Anstiege nicht mehr richtig laufen, die Muskeln machen sonst dicht, also wird stramm gegangen und Schadensbegrenzung vorgenommen.
Also eigentlich wollte ich sowieso nicht hetzen und habe ja sogar die Digicam dabei, um das Elend festzuhalten, aber irgendwann gehen ja immer die Pferde durch, zumindest mit kontrolliertem Einhalten.
Und dann wird es ernst, die Zielgerade kommt in Sicht, der Zielsprecher rastet aus (griechische Begeisterung hört sich halt immer etwas aufgeregter an), ich fange wieder an wie ein frisches junges Reh zu laufen, fühlt sich gut an, juhu!!! Fast schon leicht wie eine Feder überquere ich bei pi mal Daumen 4:48h die Matte und freue mir ein Loch ins Knie (deshalb tut es ja jetzt auch weh), ich habe im Land des Marathons einen selbigen gefinisht!!!!
Es gibt eine WUNDERSCHÖNE goldene MEDAILLE, wieder Wasser und nun auch Bananen. Im Schatten erblicke ich Jürgen und er gibt mir den Tipp mit dem Amstel-Bier (natürlich 0,0%), wir exen erst mal ne Dose und dann geht es für mich weiter, nochmal Amstel bunkern und Männe suchen. Der steht praktisch 1 Meter daneben und so können wir noch eine Runde über den gut gefüllten Marktplatz drehen. Ein Massagezelt gibt es auch und immerhin bleibt noch eine Masseurin bis zum Schluß und lockert auch mir die nicht mehr ganz so fluffigen Muckis.
Stolz wie Oskar trage ich das schöne Teilnehmer-Shirt, nun auch dekoriert mit dieser wirklich tollen Medaille nebst einem kapitalen Sonnenbrand und stürze mich auf den erstbesten Eisladen, denn von einem leckeren EIS habe ich wohl fast die ganze Zeit geträumt.

Fazit: WAS FÜR EIN GEILER SCHEISS!!! 
Mehr Glück kann man nicht haben, mir scheint heute die Sonne aus dem Ar..., besser kann dieser Inselurlaub kaum starten, bekloppter kann man kaum sein...
JUHU!!!!

08.-12.04.2018 Die Bergischen 5 - mein erster Etappenlauf rund um Solingen

total 206km / 5651hm

...für einen Bericht fehlt mir grade die Zeit... also nehme ich hier mal meine Facebook-Einträge!!

08.04.2018

Moin! Erste Etappe geschafft, gechillte (also pace kaum messbar) 31km durch das schöne Bergische Land bei optimalstem Superlaufwetter , das Siegererdinger hat da echt Mal so richtig gezischt. Und erster Tag in diesem Jahr ohne Handschuhe und sogar in kurzer buxe gelaufen, ist hier am Ende schon der Frühling ausgebrochen??? Nun muss ich meine verbogenen Gräten bis morgen wieder flott bekommen, evtl hilft hier der alsbaldige Verzehr einer dieser berühmten Waffeln?? Versuch macht kluch. Also Servus derweil

.....

Noch ein kleiner Nachtrag... Aus der Waffel ist irgendwie nix geworden... Das Wetter hier war heute Nachmittag einfach nur der absolute Burner, die Sonne krachte ungebremst vom Himmel und da konnte ich dann nicht an der Eisdiele bei Schloss Burg vorbeigehen... Also die Waffel muss ich ein anderes Mal nachholen, statt dessen gab es noch einen guten Rutsch Kultur mit dem Besuch des schönen Schlosses, auch hiermit erledigt 😀 zwischenzeitlich konnte ich auch schon ein paar meiner strangulierten Wadenmuskeln durchwalken und hoffe dass es morgen wieder einigermaßen weiterläuft. Falls nicht, werde ich wohl einfach mal an Karen Keller denken, die heute den junut gefinisht hat, DA kann man über Wehwehchen nachdenken 😉 viel Denken muss ich heute eh nicht mehr, gleich geht's inne bubu, hier in der Jugendherberge sind die Schotten schon dicht, ich bin von einer Komaportion Nudelauflauf einigermaßen bettschwer und morgen um 7 ist wieder Start auf'm Platz!!! Morgen werden dann die 36km angegangen, Renntaktik bleibt unverändert: langsam los"rennen" , dann gemütlich weiterlaufen und bloss nicht auf die Idee kommen, einen popelanstieg evtl. Doch hochzulaufen, immer schön die rote Laterne entweder festhalten oder zumindest im Rückspiegel beobachten 😉 so, wlan-zuteilung geht bestimmt gleich wieder alle, die Gelegenheit sich aus dem Staub zu machen, schließlich muss ich ja auch noch 2 Stockwerke hochlatschen... Gute Nacht erst mal!!!

09.04.2018

Moin!!! Juhu, Etappe nummero 2 ist unfallfrei (aber nicht hinfallfrei) erledigt 😀😀 nach wie immer schlecht geschlafener aber zumindestens gut geruhter Nacht und einem superschmalem Honigbrötchen (alles bestens hier mit der Verpflegung, aber mit vollem Bauch wollte ich nicht loslassen, ich räume dann später die vp-buffets ab...) War wieder Start um 7, heute die 36km auf den Spuren des Röntgen Weges. Es ging rauf und runter, mehr weiß ich nicht mehr , viel gebabbelt in Gruppenabschnitt "Uschi". Immerhin kaum verlaufen, maximal 20 Meter, soll schon was heissen, andere kollegas hatten am Ende 10 km mehr auf der Uhr....so, nach 2 Tagen kann man schon mal bissi Statistik machen, oder? Bislang super Quote bei den Pfandobjekten, habe bereits 10 Stück sicherstellen Können, und ein Dose sogar mit dem Flieger des Tages erarbeitet... Jaja, auch hier eine leider konstante Leistung, jeden Tag die Strecke auf den Knien vermessen.... Zumindest habe ich letztere dabei nicht ruiniert. Der allgemeine Zustand meines schon leicht maroden geläufs hält sich noch wacker im grünen Bereich, kann es selber kaum glauben. Jedoch ist schon jetzt die Phase gestartet, in der ausgiebig jede noch so eklige Salbe verschmiert wird und ich mir jeden unnötigen Aufstieg zum Zimmer im zweiten Stock verkneife. Muss die paar Kugeln ja nicht im Treppenhaus verballern. Hauptsache ich bin gleich in wenigen Minuten noch flott genug um einen Platz ganz vorne beim Essen zu ergattern, ohne mampf kein Kampf!!! Es duftet heute schon furchtbar lecker nach Wirsing Eintopf!!! Danach gibt es noch einen Vortrag über den bambini bei der tortour de Ruhr, da kann ich mich mal schön anfixen lassen😀 in diesem Sinne, kann so weitergehen!

10.04.2018

Moin!! Etappe 3 erfolgreich erledigt 😀😀 heute mal kein Bericht, muss mich auf Start Bei Regen vorbereiten, nur soviel: es läuft, ich nähere mich stetig der 12er Limit pace, aber noch ist Luft 😁😁 jetzt bubu, muss mal pennen, ciao!!

12.04.2018

Tag allerseits!! Nachdem das WLAN der Jugendherberge gestern Abend schlapp gemacht hat, war der aktuelle Tagesbericht leider auch nicht mehr möglich, zumindest nur schon mal offline vortippen OK, wie schaut's aus? Der 4. Etappentag ist zu Ende und so langsam stellt sich ein schöner gewohnter Rhythmus ein: aufwachen Essen laufen Essen schlafen, ganz einfach!! Na gut, ich möchte natürlich nicht alle Details verschweigen 😉 heute Abend zum Beispiel gab es Spätzle mit Gulasch bzw veggie-gemüsesosse, Milchreis, die üblichen 2 Flaschen Erdinger zur Erhaltung der internen Systeme, einen tollen Vortrag von Günter über seine Erlebnisse beim Deutschlandlauf, eine phänomenale Fussmassage von Rennmaus Bine Scheerer , ein paar unwichtige Regentropfen... Und meinen ersten Doppeldecker 😀😀 yeah!!!
Ja wie kommt's? Spontane Eingebung und glückliche Fügung. Die Idee am 4. Tag auf die lange Etappe zu wechseln entstand gestern im Laufe des Laufes, da waren ja 46km auf dem Programm und da ich noch immer weder unnötige Kugeln verballert hatte noch irgendwas entscheidendes im Gebälk sich zu verabschieden drohte, war der wagemutige Entschluss schnell gefasst. Einziges Problem war die fehlende Stirnlampe, denn die langen Etappen starten normal um 6 Uhr. Dann kam aber der abendliche regenschutt und Rennleitung Oliver Witzke verlegte den Start auf 7 Uhr. Ungefähr 0,32 Millisekunden später war mir klar, Jetzt oder nie!! Also flugs umgemeldet auf Einzel-Starter, yeah!!!
Manchmal muss man eben auch mal was beklopptes machen, und SO eine geile Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder!!!
So bin ich dann am Mittwoch knapp 48km allerfeimste trailkilometer samt 1700hm gelaufen und hatte Mal so richtig Spass!!!
Nicht dass die ersten drei Tage vorher keinen gemacht hätten (im Gegenteil, im Team Uschi war praktisch nonstop Entertainment vom feinsten angesagt, Dank Reiseleitung Henning kam alles andere als Langeweile auf 😂😂), aber mit dem Upgrade verschiebt man ja auch die Herausforderung, das könnte genauso gut ins Auge gehen... 
Ging es aber nicht, Dank unveränderter Renntaktik (nur laufen ohne schnaufen und schon gar nicht wenn's bergan geht) und einer nicht minder tollen Männerbegleitung in Form geballter mehrfacher Marathon Finishs (so um die 540 allein bei Ewald), bin ich gemütlich und fast kaum k.o. ins Ziel getrabt und musste versprechen, mich morgen nochmal im gleichen Startblock blicken zu lassen.
Also hier grüsst nun das Murmeltier, eine so geile Gelegenheit....
Mal abwarten, was der Donnerstag noch bringt!!! Ein paar kleinere lädierte stellen werden mich sicherlich schon bald erinnern, das die kleine Runde auch genug gewesen wäre... Aber manchmal muss man bekloppte Sachen wiederholen und sich entweder zwicken oder es zwicken lassen 😁
Attacke, Fortsetzung folgt!!!

13.04.2018

Einen wunderschönen guten Morgen allerseits!!! Nach durchzechter Nacht brummt mir die Rübe, aber DAS war's wert juhu!!! Ist aber auch echt krass hier heute morgen, die Amseln machen so einen schönen Lärm, wer braucht da noch einen Wecker?? Sehr ungewöhnlich auch die Möglichkeit, heute mal bis 7 pennen zu können, normal standen wir um diese Zeit unten vor dem Tore, lauschten den letzten Regieanweisungen und liefen los... 
Na gut, mit der gestrigen Etappe endete eine supergeile Laufwoche, die Bergischen 5 waren echt der Knaller!!!
Gestern musste die Strecke spontan angepaßt werden, so daß für ALLE 36km angesagt waren, jedoch mit Option auf Verlängerung

die Schleife war ein Traum und es lief noch immer super, an den vp's wurde gespachtelt was das Zeug hielt, unterwegs gebabbelt ohne Ende, hab sogar noch 2 Dosen gefunden, die Sonne kam raus (damit die leicht angeregneten Klamotten wieder trocken wurden), WER WILL DA SCHON NACH HAUSE??? Also flugs (jaja flugs bei mir bedeutet inzwischen mops9,5) noch eine Runde nachgesessen, einmal retour zum letzten vp und die 43km save gemacht, dabei sogar noch im Zeitlimit geblieben und am Ende dabei noch die 200 geknackt JUHUUU.Der Rest war Party pur: alle hatten Spaß, die Siegerehrung ALLER BETEILIGTEN war grandios, wirklich JEDER bekam nicht nur die schöne schwere Medaille, sondern auch allerwärmste Worte, das war richtig toll!!! Richtig schön zu sehen, daß nicht nur die Raketen auf den vorderen Rängen Spass hatten!!! So ging es dann mehr oder weniger Nahtlos in die Abreisephase über, viel gebabbel nochmal, jeder drückt jeden und mit einem Mal war der Grossteil Richtung Heimat unterwegs. Ein Paar hartgesottene wollten jedoch unbedingt noch einen Nacht in der Jugendherberge verbringen (die zwar schon etwas abgerockt ist, die ins hier jedoch maximal perfekt supportet haben, das Team war spitze!!!) .Mit Hilfe von bier pizza und Sekt ließ sich der Abend gut angehen, viel gelacht, lustiges Zeug gebabbelt, haufenweise Blödsinn vernommen und letztlich angenehm knülle ins Bett gefallen😀Und nun? Gleich geht's weiter mit einem letzten Frühstück und dann Abflug , nach dem gestrigen Tag habe ich nun auch endlich unangenehm betonierte Waden und freue mich auf die Massage um 13 Uhr.
Fazit:
Was für eine geile Woche, eine hammergeiler Haufen hier, top Veranstalter, weltbeste Helfer und vp's, echt, geile Strecken sowieso, Wetterglück ohne Ende, Stimmung Nonstop superst!!! Und am Ende ein echtes erstes Ultra-Triple gemacht, JUHUUU
Vielen Dank an alle, Glückwunsch an alle, ich werde das echt vermissen... Macht's gut ihr alle!!!!!

24.03.2018 Saaletal-Marathon in Ramsthal

42,2km / 630hm / 4:54h

 

Spontaner Einsatz! Da mir ja noch ein Doppeldecker vor den Bergischen 5 fehlte, dachte ich mir, es wäre eine super Idee, erst samstags einen Marathon zu laufen und sonntags noch zum Sommerzeitlauf in Koblenz zu fahren. Um es vorweg zu nehmen: der Marathon hat noch geklappt, aber das war es dann auch schon...

Der Saaletal--Marathon wird als vielleicht schönster Marathon beworben. Und er liegt bei Hammelburg, einer wunderschönen Gegend, wo ja auch immer das Clubbitreffen stattfindet. Also alles sehr reizvoll!! Insofern war der spontane Plan schnell in einen ernst zu nehmenden Ausflug verwandelt worden. 

Früh morgens ging es dann los, eine umständliche Anfahrt über die A3, A66 und A7. Immerhin war ich früh genug da und das Wetter spielt mehr als mit. Es war immer noch saukalt, aber die Sonne schien und der Himmel war blau!!

Um 10 ging es dann los und ich merkte schnell, daß ich wohl eher einen gemütlichen Lauf anstreben sollte. Der Pacemaker mit der 4:30 war natürlich toll, aber auch zu schnell, zumal es über diverse Hügel ging. So trottete ich eher in Mops7 vor mich hin und war froh, nicht vollends schlapp zu machen, immerhin steckte ja noch der WUT in den Knochen. 

Irgendwann gesellte sich Thomas dazu und wir liefen die letzten knapp 30km zusammen, das klappte prima, Anstiege wurden gegangen, ansonsten ruhiger Trab mit viel Gebabbel. 

Die Verpflegung war super, alle wenige Kilometer gab es Wasser/Iso/tee/Cola und Obst, völlig ausreichend! Zwischendurch bekam ich sogar einen Schluck Wasser aus der Privatflasche von der Feuerwehr. 

Das Wetter war wirklich toll, die Sonne schien öfters und die Kälte war erträglich. Immerhin war es mein erster Lauf in diesem Jahr ohne Mütze und ohne Handschuhe. Ab und an kam ein eisiger scharfer Wind auf, teilweise sogar mit schier unüberwindbarem Gegenwind, naja, da läuft man dann sozusagen auf der Stelle... 

So verging die Zeit dann irgendwie wie im Flug und nach knapp 5 Stunden war dann das Ziel erreicht! Ein schöne Medaille war der Lohn und nach dem Duschen gab es sogar noch eine richtig gute Massage. Aber der Knaller: ich war doch tatsächlich auf Platz 3 meiner AK gelaufen und wurde siegergeehrt, yeah!!! Es gab einen süßen kleinen Weinbembel von der Weinkönigin und später noch ein Stück leckeren Kirschstreusel. 

Nach der Heimfahrt war ich dann allerdings ziemlich erledigt und verpennte natürlich den Sonntag Morgen... so ein Pech...

Fazit: laut meiner neuen Liste war das Nummer 12, gezählt wird alles ab Marathon. Die lange Anfahrt hat sich mehr oder weniger gelohnt, wenn auch die Strecke nicht unbedingt der Kracher war (z.T. liefen wir an der Strasse entlang, sorry, geht gar nciht!!!). Aber es war ein superschöner Tag und der Lauf war perfekt organisiert, alles hat gepaßt und es hat mir wieder großen Spaß gemacht!!

:-)

17.3.2018 Wiedtal Ultra Trail – Nomen est Omen

65km / 2100hm / 10:41h

Eigentlich hatte ich diese Woche ja was ganz anderes vor... Aber wie so oft, kommt alles anders und die Kunst ist es, das Richtige draus zu machen. Nun ist es mir nicht gerade eine große Freude, wenn sich mein mühselig ausgetüftelter Trainingsplan pulverisiert, aber genauso schön ist es, einen supergeilen Plan B aus der Tasche zu ziehen und wenn es sich dabei noch gut anfühlt, ja dann gibt es nix zu bedauern!!

Was soll das alles bedeuten??

Ganz einfach, mein Trainingsplan ist auf die Bergischen 5 ausgerichtet und ich hatte diese Woche vor, ein intensives Wochenende zu laufen. Dazu hätte ich die ganze Woche schon ordentlich reinhauen müssen. Doch am Montag wollte sich keine Lauflust einstellen und nach einer netten Wanderung durch den Nittelschen Weinberg verging mir fast alles. Ohje... Der Plan, ein kilometerträchtiges Wochenende mit 4-5 Laufeinheiten zu absolvieren, wurde er- und abschreckend und ich ließ ihn fallen. Statt dessen raffte ich mich für ein kurzes Läufchen auf und testete Freitags noch die olle Thermohose vom Discounter und dachte mir:

Ok, am Samstag ist der WUT, mach mit so weit es geht, der Rest wird sich ergeben!

Zumal für Samstag mal wieder mein Lieblingswetter angesagt wurde: eiskalt. Mehr Freude kann ja kaum aufkommen: Die Aussicht, mir mal wieder die Griffel abzufrieren und den Trainingsplan sowieso ad acta zu legen.

Doch dann ging es los!!!

-       Anfahrt über teils angeschneite Strassen, aber alles gut gegangen und schon am frühen Morgen die erste Pfanddose vom Strassenrand gerettet, ein gutes Omen!

-       Früh genug in Waldbreitbach aufgeschlagen und super Parkplatz direkt neben der Laufbrigade Oberberg bekommen. Klar, man läuft den ganzen Tag, aber 20 Meter beim Parkplatz sind entscheidend!!

-       Viele Bekannte begrüßt, juhu!! Das ist immer ein schöner Moment, wenn man feststellt, daß es noch mehr so Bekloppte gibt und die sich genauso freuen, morgens um 7 bei leichtem Schneefall an den Start zu gehen, yeah

-       Josef übergibt mir meine Startnummer und fragt nach, ob ich mit der 65 einverstanden bin. JA UND WIE!!! NOMEN ES OMEN!!! Wenn ich die Zahl in Kilometer umsetzen kann, was wäre das für eine geile Sache!!!

-       Noch kurzes Gebabbel, Pipi in der warmen Halle (da hätte man auch super einen Trailparcour aufbauen können, eine Runde 100m, macht 650 Runden, alles im Warmen, oder?) und nach der traditionellen Ansprache von Wolfgang, geht es los!!!

-       Uiuiui, Gruppenlauf, mein Horror, aber ich lasse mir nix anmerken und hoffe, daß ich nicht gleich schon wieder am Hausener Berg und dem Malberg abkacke wie vor 2 Jahren. Aber es geht! Nicht der Brüller, aber oben auf dem Malberg sehe ich keine Sternchen und habe ich noch keine Wackelbeine, scheint ja echt zu laufen heute!!

-       Wolfgang führt die Gruppe gekonnt souverän über die Pfade des Westerwaldsteiges, Wiedsteig, Klosterweg auch und ansonsten durch die schönen Wälder rund um Waldbreitbach. Wir laufen nicht zu schnell und ich fühle mich heute mal so gar nicht abgehängt, klar, die Freaks könnten in dieser Mops-Pace alles rückwärts laufen, aber mir reicht es so und alles klappt prima.

-       Der Wald ist weiß gepudert und weil es heute deutlich unter 0 Grad bleibt und die Sonne nicht durchkommt, laufen wir immer wieder über frische Puderzuckerstücke. Der Matsch ist teilweise angefroren, so daß man nicht immer gleich knöcheltief einsinkt, hin und wieder sind ein paar geile Pfützen und Tiefmatschstellen dabei, yeah, meine wasserdichten Traillatschen sind so geil!!!

-       Die Kilometer verfliegen und der erste VP ist erreicht. Es gibt wie immer ein Riesen Buffet mit allem, was man bei so einer Strecke brauchen kann: Trockenfrüchte, Apfel, Bananen, geile Kekse, Salzstangen und natürlich der Knaller: Drillinge mit Salz!! HEISSE Kartoffel wohlgemerkt!!! Das schmeckt so überirdisch gut, dafür lohnt sich jeder Weg!!! Das ganze spült man runter mit einem warmen Zuckertee oder warmen Wasser, sensationell, das tut richtig gut, bei den Temperaturen nicht auch noch eiskaltes Wasser trinken zu müssen. Mir reicht da schon der gelegentliche Schluck aus den Wassermöpsen. So geht VP!! Die Truppe rund um Josef mit all den vielen Helfern stehen sich den halben Samstag in den Bauch und ziehen von VP zu VP, das ist alles andere als selbstverständlich und ich bin sehr froh, daß es diese tolle Versorgungstruppe gibt, vielen Dank mal dafür!!

-       Letztlich vergehen fast alle Kilometer ohne größere Probleme. Ok, anfangs läuft man noch eine Steigung hoch, aber irgendwann ist es eher der schnelle Wanderschritt. Ich bin heilfroh, meine Stöcke dabeizuhaben. Auch wenn mir vom Tragen derselbigen die Schultern ordentlich brennen. Lustigerweise bildet sich unten vom Dreck und Eis ein Eisdreckgnubbel, so daß die Stöcke kaum noch greifen und oft auch mal wegrutschen. Auch nicht schlecht, ganz was Neues!

-       Unterwegs gibt es viel Gebabbel!! Bis zum Mittag dürfte die Truppe schon Kilometerweit aufgefallen sein, der Geräuschpegel war immens. Später hat sich das Feld dann immer mal auseinandergezogen und da sind dann die einzeln Gebabbels nicht so ins Geräuschgewicht gefallen. Zumindest konnte keiner sagen, er hätte uns nicht gehört.

-       Getroffen hab ich diesmal (in alphabetischer Reihenfolge):

-       Antje, Laufwunder, schießt auch am Ende noch jeden Berg hoch und sieht dabei perfekt aus

-       Björn, heute vom Hexenschuß gezeichnet, locker Laufen sieht bei ihm sonst anders aus, aber: er hat es durchgezogen, Indiander kennt keinen Schmerz!

-       Dirk, lange nicht gesehen, trotzdem gleich wiedererkannt, schön gebabbelt sowohl auf der Strecke als auch am Runden Tisch

-       Frank, der Mann mit der Melodie in der Stimme, kann nicht nur babbeln wie ein Weltmeister sondern auch gute Laune versprühen und hat immer noch den Rheinsteig by Night vor Augen, der war aber auch super!

-       Jörg, gute-Laune-Motivations-Profi und mein ganz persönlicher Gruppenlaufexperte

-       Karen, die Ultra-Queen, hat sich heute mal ganz gechillt beim ersten VP angeschlossen und ist heute mal NICHT die Iserbachschleife gelaufen hihi

-       Katja, meine G1-Frau, auch heute wieder als Rakete unterwegs, und das nach 13 Tagen Training in Folge, sehr starke Leistung! Und wenn Sie dann hin und wieder an mir vorbeischoß und das Wort „Spaß“ rief, dann war das ganz sicher ernst gemeint!!

-       Markus, heute mal auf kurzer Mitreise, hat sich leider schon früh ausgeklinkt

-       Michael, der hat die Ruhe weg und läuft sein Ding, sehr ansteckend, die Erkenntnis sich nicht kirre zu machen kann sehr entspannend wirken

-       Stephan, heute mal leicht angeschlagen unterwegs, obwohl wir gar nicht durch belgische Bäche laufen mußten, aber auch er hat’s durchgezogen, Strike!!

-       Thorsten, mein Pfanddosensammel-Grund. Bei meiner ersten WUT-Etappe vor 3 Jahren hat er mich auf die Idee mit dem Pfandgut gebracht und was draus geworden ist wissen wir ja

-       Wolfgang, last but noch least, der perfekte Veranstalter und Laufpartner, auch er heute OP-bedingt nicht ganz fit, hielt tapfer über 2 Etappen durch und freute sich, daß es bei mir endlich mal gut lief, was mich auch wiederum sehr erfreute, so macht das Spaß!!

-       ... und all die anderen...

-       Wie immer ist so ein Lauf auch eine gute Gelegenheit, um sich über die aktuellen Gadgets und sonstiges Equipment auszutauschen. Meine olle Polar-GPS-Uhr macht ja echt schlapp (gestern wurden wieder 4 Kilometer nicht aufgezeichnet und der Akku hielt um Sackhaaresbreite) und so war ich froh, einstimmig brauchbare Empfehlungen zur Garmin Forerunner 935 zu bekommen. Da werde ich hernach mal shoppen gehen, oder?

-       Mein sonstiges Equipment hat heute perfekt gepaßt. Ich hatte mir noch eine neue GROSSE Sporttasche gekauft (Erima, 20 Euro) und konnte endlich mal ALLES unterbringen. Die Wahl der Klamotten war auch richtig, auch wenn ich anfangs dachte, auf meine schöne neue Regenshorts nicht verzichten zu können. Aber wenn ich so blöd bin und die in der Werktagsdatscha liegen lasse... Kaum zu glauben, daß die billige Thermotight vom Discounter so super lief. Schuhe (Salomon Speed Cross 4 GTX) waren perfekt, nun auch ohne eine Blase am Zeh (war wohl in Belgien eine Anlaufschwierigkeit). Rest war wie immer, natürlich mein RHEX-Glücksshirt und meine Glücksregenhülle und meine geilen Doppelhandschuhe, etc...Und die Stöcke waren der entscheidende Faktor, alles richtig gemacht!

-       Ach ja, der SPASSfaktor. Kaum zu glauben, aber ich hatte tatsächlich richtig Spaß heute! Die Pace war ok für mich, die Pausen super, das Geläuf perfekt. Die Witterung einen Ticken zu frisch, aber letztlich merkt man das beim Laufen nicht so, die frische Luft und die schönen Bilder in Wald und Flur waren genau das Richtige.

-       Ich konnte alles gut mitlaufen und die letzten downhills waren mordsgeil, denn die LIEFEN noch absolut fluffig, geilomat! Und beim Zieleinlauf mit Laola vom Support-Team kam zur gefrorenen noch die Gänsehaut dazu, ENDLICH GESCHAFFT!!!

-       Die After-Run-Pasta-Party war also auch endlich mal redlich verdient. Nach einem Aufheiz-Tee und einem Stabilisierungs-Malzbier konnte ich dann zu Cola light übergehen, noch mehr Zucker ging einfach nicht mehr heute. Zu essen gab es leckere Salate und jede Menge Nudeln, sogar vegan! Da ich unterwegs ja schon ständig gut gefuttert hatte, schaffte ich gerade noch 2 kleine Miniteller und war dann auch echt „fertig“.

-       Siegerehrung: juhu!!! Eine schöne Sache, jeder bekommt Urkunde und Finisher-Shirt. Sogar für mich war noch eins übrig, hatte ich doch vorsorglich KEINS bestellt, wollte ja eh nur 3 Etappen mitlaufen. Jaja, unverhofft kommt eben auch mal was andersrum dazwischen!! Auf jeden Fall bin ich nun mordshappy mit meiner neuen Trophäe!!

-       Weitere Mitbringsel: insgesamt 3 Pfandobjekte eingesammelt und dann noch diese Malässen heimgeschleppt: linker Oberschenkel lädiert, rechter Fuß ziept rum, Magen total sauer von dem vielen Süßkram (ging nicht anders, mußte ich alles essen, wäre sonst verendet), Zahnfüllung verbissen am letzten gefrorenen Honigtaler, Schultern hinüber vom Stöcke tragen. Immerhin tut mein Knie nicht weh, was will ich mehr?

-       Ausblick: Sonntag einmal eckig und ungelenk ums Karree laufen und dann auf dem extra frisch aufgepolsterten Sofa CHILLEN, dann Trainingsplan tageweise adjustieren und vielleicht nächstes Wochenende nochmal reinhauen.

-       Nächster WUT: ja, vermutlich wird es aber 2020, denn nächstes Jahr werde ich aussetzen müssen, sorry, aber Neuseeland geht vor...

-       Fazit: was für ein Wahnsinnswochenende!!! Das war mein 5. WUT bei dem ich angemeldet war, mein 3. WUT bei dem ich zu Etappenstücken antreten konnte, aber der 1. WUT, den ich dann auch endlich mal vollendet habe!! Wenn man mit wenig Erwartung rangeht, dann klappt es meistens besser als gedacht und die Freude ist um so größer!!! Supergeilen WUT gerockt, vielen Dank an alle!!

 

3.3.2018 Rhein-Lahn-Volkslauf in Kowelenz-Horschem

HM / 2:04 oder so / kaum Hm

 

Die spontanen ungeplanten Dinger sind meist die besten. Denkt man. Stimmt vielleicht auch hin und wieder. Quatsch, HEUTE hat ALLES gepaßt!!! Aber mal ganz der Reihe nach!!

 

-       Per Zufall bekomme ich vor ein paar Tagen mit, als ich nach Wochen mal wieder Whatsup aufmache, daß unser Lauftreff heute in Koblenz Horchheim zum Halbmarathon antreten möchte. Grübel grübel, das wäre doch mal eine schöne Gelegenheit, sich mal wieder zu sehen, oder? Also flugs Termine gecheckt und beschlossen: ich laufe mit, juhu!!!

-       Schwierigkeit im Kopfe: ich „trainiere“ gerade so, daß ich für einen Halbmarathon gar nicht geeignet bin. Nix Tempotraining, und am Donnerstag und Freitag habe ich auch noch so ein paar Kilometer gemacht, das macht man nicht vor einem flachen HM, da ist man dann viel zu schlapp. Also mußte ich auf Trainingslauf umdenken, nicht einfach, aber lösbar. Ok, Antreten und gemütlich ablaufen, so der Plan.

-       Andererseits esse ich momentan ständig Rote Beete und hau mir massenhaft D3 rein, da ist alles möglich. Doping mal anders :-)

-       Dann die IDEE: ich könnte doch das Lauftreff-Taxi bis Koblenz nehmen, kann mich warmbabbeln, laufe dann und lasse mich von Männe wieder abholen und wir gehen schön essen und/oder ins Kino. Super Plan! Und tatsächlich, Norbert ist bereit, mich auf dem Weg mitzunehmen, juhu!!

-       Die vergangenen Tage waren kalt, so kalt, daß ich schon nur noch mit dicker Thermohose und Doppelhalstuch vor die Tür gehe. Für heute, Samstag, wurde endlich mal „warmes“ Wetter angekündigt mit deutlich über Null Grad, vor allem unten im Tal, da ist es doch eh immer pißwarm :-) Um so geiler der Anblick schon in der Nacht von FR auf SA: es schneit und im Westerwald ist alles WEISS. Na prima...

 

-       Am Anblick ändert sich auch am SA Morgen nicht, immer noch alles weiß, aber die Temperatur ist milde und es herrscht leichtes Tauwetter. Der Blick auf die Koblenzer Webcam offenbart: auch im Tal liegt das weiße Zeug auf den Dächern. Die Facebook-Connection jedoch kann beruhigen und liefert aktuelle Strasseninfos: alles frei und laufbar!! :-)

-       Pünktlich um halber 1 kommt Norbert vorbei und sammelt mich auf. Roland ist allerdings nicht dabei, er hat dann kurzfristig noch umdisponiert, Detlef war schon vorher im Termintrubel ausgestiegen. Ok, dann genieße ich die Fahrt eben alleine ;-) Ist immer ein toller Einstieg, im Weltmeister-Auto zu sitzen, was kann es Besseres geben vor einem Wettkampf?

-       Wir kommen dann auch mehr als überpünktlich in Horchheim an, Parkplatz sofort ergattert und können problemlos nachmelden, für 12 Euro ist man dabei :-)

-       In der warmen Halle tummeln sich die üblichen Verdächtigen und so treffen wir auf Norberts Freund und mir läuft noch der Pirmin über den Weg, der endlich auch wieder Gas geben kann.

-       Während Norbert sich schon warmläuft babbel ich mich durch die Menge. Vorbei am Hollerschen Fototeam geht es dann irgendwann zum Start und ich frage mich, ob die Klamotten richtig gewählt sind, mir fallen bei wenigen Grad und null Sonnenschein mal wieder die Finger ab, Rest aber ok.

-       Und dann peng, Start! Ganz dezent ertönt der Schuß und los geht es Richtung Lahntal.

-       Die Strecke geht erst durch Horchheim, mühselig gesperrt und gut von tausenden von Feuerwehrleuten bewacht. Dann noch durch eine Hinterhof-Anlage am Maximilians vorbei und schon war der Radweg erreicht, der nun die Strecke darstellte. Einmal gute 10km Richtung Bad Ems und zurück!

-       Unterwegs gab es einiges zu sehen: die teilweise zugefrorene Lahn, schöne Burgen auf den Hügeln, Schneereste am Rand, Matsch und Pfützen auf dem Radweg. Zwei Enten und immer wieder der Ausblick auf Rhein und Lahn. Der Koblenzer Fernsehturm stach anfangs auch mal durch und funkte mir einen Gruß rüber (ist ja auch MEIN geliebter Fernsehturm :-) ) .

 

-       Tja, und wie das so ist, läuft man gerade am Anfang immer bissi schnell los, so daß man das nach 3-4 km entweder schon bereut oder gerade noch einbremsen kann bevor es zu spät ist. Aber was war da heute los? Also nicht daß ich der Sprinterspezi wäre, aber nach gestern und vorgestern war ich weder frisch noch ausgeruht und trotzdem konnte ich mich nicht verlangsamen. Der Blick auf die Pace jagte mir Angst ein, ständig unter 6er Schnitt, hä??? Wie soll das weitergehen???

-       Na gut, ist ja flach, erst mal weiterlaufen, kann ja immer noch in den Schlurfgang umschalten. Wollte so laufen, daß mich Männe bei 2:20 am Ziel in Empfang nehmen kann, so war die Planung. Aber daraus wurde nix. Hatte ich nicht noch vor kurzer Zeit über Karens „meine Beine haben sich selbstständig gemacht“ (oder so ähnlich) geschmunzelt, als sie mal eben PB in Rodgau ablieferte... und mir gedacht: DAS müßte mir auch mal passieren? Und??? Es passierte mir!! Geile Scheiße, ich bin heute einfach mal gelaufen und fast nix tat weh, fast keine Ermüdung und sogar den „Berg“ vor dem Ziel bin ich noch regelrecht hochgeschossen (für meine Verhältnisse) und hab auf dem Rückweg insgesamt 5 Leute kassiert. KRASS!!!

-       Zieleinlauf sogar noch mit Endspurt... Total geile Sache heute!! Uhr bleibt bei knapp 2:04 stehen und ich denke mir: cool!! Leider bin ich natürlich viel zu früh im Ziel, so daß Männe noch nicht da ist... schade, das ging schief...

-       Ach so: unterwegs übrigens noch 2 mal angehalten und mit klammen Fingern Pfanddosen geborgen :-) Alles für das Pfandsparschwein!!! 

 

-       Ach so Nr. 2: Ein schöner Moment auf dem Rückweg, Thorsten Holler schießt sich gerade auf mich ein und als er mich erkennt ruft er: Was machst Du denn hier? Du läufst doch sonst nur Ultras! Uiuiui, das ist wirklich zuviel der Ehre, aber gefreut hat es mich dennoch, trotz der fast vollständigen Vermummung wiedererkannt zu werden :-)

-       ...nun aber schnell ab in die warme Halle und Norbert noch getroffen, der gut 5 Minuten vorher finishte und noch eine Auslaufrunde drangehangen hatte. Wir sind beide super zufrieden und nach kurzem Gebabbel geht es weiter in die Dusche. Der nächste Höhepunkt wartet schon. Damit die Sportler nicht abglühen bei so viel Elan, gibt es nur kaltes Wasser. Ein Traum! Wird also ne schnelle Sache, damit ich nicht noch NACH dem Rennen erfriere höhö.

-       Einigermaßen frisch hergerichtet verabschiede ich mich noch von Norbert und gehe dann Männe entgegen, der inzwischen Station beim Ziel bezogen hat und mich sofort aufsammeln kann. Besser geht nicht!

-       Zur Belohnung gönnen wir uns noch lecker Sushi und Gedöns im Papa Umi und dann noch einen schrulligen Kinofilm (Shape of Water) mit lecker Popcorn.

-       Fazit: Ein toller Ausflug nach Koblenz, eine schöne kleine Veranstaltung mit dem längsten Kuchenbuffet von allen, lauter zufriedene Gesichter und keine Ahnung, warum ich heute so schnell rennen konnte, aber das war ein supergeiler Tag!!!

 

G1 Köln, mein Grüngürtel! 63km am 24.02.2018

gut 63km / 7:46 / Hm???

 

Manchmal hat man spontane Ideen, von denen man erst hinterher weiß, ob sie toll waren oder nicht. Da sitze ich nun an meinem Geburtstag in meiner Werktagsdatscha, verdaue die Geburtstagspizza und denke mir beim Facebook-Stöbern: hey, könntest ja mal wieder einen Ultra laufen! Klar, so Gedanken habe ich ja ständig höhö. Nun, die Anzeige des G1 Ultra hat mich schon extrem angefixt und da ich ja weiß, daß Thorsten als Veranstalter stets ein supergeiles Event abliefert, war schnell klar: hier möchte ich dabei sein, das wird was Besonderes!!! Immerhin hatte ich Glück, die Strecke ist zwar lang, gute 63km, aber flach und 10 Stunden Limit waren im Bereich des Möglichen. Schnell rennen ist leider irgendwie vorbei, so bin ich froh um jedes Snail-Race :-) Und außerdem verläuft die Strecke rund um Köln, da kann man sich prima retten lassen, falls was dazwischenkommt. Also flugs angemeldet und uiuiui, die Starterliste war schon voll!! Logisch, wenn man erst auf den letzten Drücker meldet... Aber ich hatte wieder Glück und konnte mich nur wenige Tage später vom Wackelplatz auf einem ordentlichen Startplatz einfinden. Nun galt es noch schnell das Training anzupassen. Statt ausgedehnter Ausflüge in die nächtlichen Weinberge an der Mosel trabte ich an selbiger am asphaltierten Ufer entlang, zwischendurch dann noch der Nachtrail in Belgien und letztlich kam ich auf etliche Kilometer im Vorfeld, so daß ich guter Dinge war, den G1 nicht total zu versägen.

Nun nahte das Wochenende und der Plan war: laß dich nach Köln mitnehmen und am Abend von Männe wieder einsammeln inklusive schön essen gehen. Das mußte ich dann leider in letzter Sekunde ändern, denn Männe hatte sich eine fette Supererkältung eingefangen und war nicht einsatzfähig. Schade, so entging mir zudem die Fahrgemeinschaft mit Karen.. Und so scheuchte ich meinen Corsa frühmorgens Richtung Olympiaweg und Ecke Müngersdorfer Stadion. Das Thermometer zeigte stellenweise -8 Grad an, in Köln dann nur noch schlappe -6, super. ABER: die Sonne sollte schon scheinen!!! Und das tat sie auch den ganzen Tag!!! Ein Tag wie gemalt, eiskalt, sonnig, hin und wieder scharfer Wind. Aber definitiv Gute-Laune-Wetter!!!

Vor dem Start ging’s erst mal zum Starttempel, Startnummer holen, Tasse reservieren, noch ne Banane futtern, Unmengen von Frühstück bestaunen und natürlich gaaaanz viele Leute (wieder)treffen!!! Ach wie schön!! Übrigens nicht nur Läufer, sondern auch das supernette Hollersche Fototeam, die sich immer freuen, wenn man freudig auf Sie zuläuft :-) Dann kam das Briefing, Thorsten holte etwas aus zur Entstehungsgeschichte des G1-Ultra (eigentlich Karen’s Trainingslauf für die Tour de Rour) und erklärte die Modalitäten des Laufes. Coole Sache: die Gruppe lief in 2 Hälften sich entgegen, was zum einem für Begegnungen sorgte, was aber auch das Klassement bis zum Schluß offen ließ, man konnte sich ja nicht sicher sein, wer vielleicht in der gegenläufigen Gruppe vor oder nach einem unterwegs war. Super Sache!! War jetzt in meiner Pace nicht sooo entscheidend, aber der Gedanke ist natürlich super.

Mit ein paar Minuten Verspätung ging es dann los auf die Strecke!! Streckenteilung nach 50 Metern, uiuiui, erste Schwierigkeit überstanden, richtig abgebogen ;-) Nun, der G1 ist ein Wanderweg und richtig gut ausgeschildert. An manchen Stellen vielleicht nicht perfekt, aber immerhin für das geübte Wandererauge ganz ok. Wenn man dann allerdings in einer babbelnden Gruppe unterwegs ist, kann schon mal ein Baum mit Schild ungesehen verbleiben. Aber wie durch ein Wunder hat es unsere Gruppe so gut wie verschont! Wir waren bis zum VP in einer gemütlichen 5er Gruppe unterwegs und hatten auch kein Problem damit, wenn mal einer Pipi mußte und wir ein paar Minuten vom Schlurftrab in den Schlurfgang wechselten. Gemeinsames Frühstück unterwegs mit Sponsorbrezeln inklusive! So verging die erste Hälfte bis zum VP echt wie im Flug! Bei KM 27 ungefähr konnte ich dann sogar meine Doppelhandschuhe ausziehen ohne daß mir gleich die Finger abgefallen sind. Also kalt war das schon stellenweise, je nachdem wieder Wind gerade pfiff. Aber je länger der Tag dauerte, desto wärmer wurde es und die erwachende Natur war einfach nur zum Genießen! Irgendwann kamen uns dann tatsächlich auch die Gegenläufer entgegen und das ein oder andere Hallo wurde freudig ausgetauscht, abgeklatscht oder sich einfach gleich mal umarmt, so geht das!

Dann der VP zur Mitte der Strecke. Was für ein Andrang!! Aber auch was für ein Buffet!! Da war wieder mal für jeden was dabei und ich bin froh, daß ich nicht so viel essen konnte wie ich gewollt hätte, ich wäre sonst nur noch weitergerollt. VP ist bei mir immer so eine Sache, gerade bei der Kälte, ich fange dann nach wenigen Momenten schon zu frieren an und mußte schon arg schnell runterschlingen und konnte leider nicht länger stehen bleiben. Also flugs wieder in Gang gesetzt und weiter!! Meine Gruppe kam kurze Zeit später nach und Katja nahm die Verfolgung erfolgreich auf, krasse Leistung! Für gut 20km war ich also mal allein unterwegs, genoß die Wege, das Baustellen-Dixie, die Suche nach Beschilderung, die gelegentlichen Kreuzungen mit Ampeln (wie immer alle rot) und hatte Spaß im Matsch am Rheinuferpark. Mein Navi ging dann auch irgendwann alle, also noch frische Batterien eingelegt und für einen Schnack mit Fotograf Thorsten war auch noch Zeit. Unterwegs mußte ich mir noch eine Schneise durch eine Horde Handy-bewaffneter Pokemon-Spieler fräsen, die bei dem schönen Wetter nur Augen für ihr Handy hatten.. die armen Leute. Ansonsten alles ruhig, schöne Ausblicke auf den Rhein, auf Köln, auf Ecken in die man sonst wohl nicht kommen würde. Immerhin EINE Pfanddose gefunden in Stammheim, ich hätte wirklich mehr erwartet und hatte vorsorglich 2 Sammeltüten dabei. Dann auf einmal kam Katja aufgeschlossen und zog mit ordentlich Tempo weiter, uiuiui, das war fordernd! Ich versuchte dranzubleiben und einige Kilometer war das noch machbar, aber so 2 Km vor Ende verließ mich der Schweinehund und sie zog nicht nur davon, sondern zog die Meute vor uns mal ganz locker ab, was für eine Power! Mir tat da echt so einiges weh und ich war froh nicht wie beim Bärentrail humpeln zu müssen, insofern alles gut, ankommen lautet die Devise.

Und dann auf einmal: Zieleinlauf!! Vorbei am Müngersdorfer Stadion, am Olympiabad und noch ein letztes Zielfoto und zack, fertig!!! Zieleinlauf im runden Saal mit Applaus, das ist geil!!! Und dann erst mal den Traum der letzten Stunden erfüllen: eine Flasche Faßbrause exen, yeahhh!!! Zur Belohnung gab es dann die heißersehnt G1-Kachel, eine personalisierte Fliese, die hat sonst niemand!!! Dann noch schnell Tasse und Buff gesichert, ein paar Schnacks gehalten und schnell rüber in die Duschen. Oh wie schön das warme Wasser... konnte mich schnell wieder auftauen und dann nochmal zur Faßbrause #2 zurückkehren. An der Bar nebenan gab es noch rettende Brezeln, im Auto noch eine Siegerbanane, was will man mehr!

Es trudelten dann noch die vermutlich letzten Läufer ein und so langsam aber sicher ging der Tag in Köln dem Ende zu. Ich konnte mich noch von vielen Bekannten verabschieden, hätte vielleicht doch mal eine Ausnahme bei Silke’s Kuchen machen sollen ;-) , konnte Katja leider nicht mehr finden (genauso wie sie ihr abgeschlepptes Auto nicht mehr fand), beneidete Karen und Thorsten noch um die leckeren Bratkartoffeln und drückte auch den Non-Asphalt-Brummbär Jörg nochmal ordentlich ;-) ...und dann war auch schon die Rücktour angesagt!

Nun, einen Tag später, liege ich auf dem Sofa, die Sonne lacht schon wieder, das rechte Knie ist hinüber, der Muskelkater morgen wird furchtbar, aber diese geile Action von gestern hätte ich ums Verrecken nicht missen wollen!!! Jetzt könnte ich fast sagen, daß ich den grünen Gurt im Laufen habe :-)

Saustark und sowas von super!! Vielen Dank an alle, die den G1 so zu dem gemacht haben!!! 

10.02.2018: From Dusk Till Dawn – Nachtlauf in den Ardennen

gut 43km / 7:42 / 1500Hm 

 

Kurzfassung: kalt, dunkel, geschafft!! Gut 43 km mit über 1500Hm durch die belgische Pampa sind nicht von Pappe, schon gar nicht bei Nacht.. Aber hier alles der Reihe nach!

 

Anreise

Vom Westerwald nach Harre, ich nehme meine mit inzwischen liebgewonnene A48 und tucker gemütlich am Mittag los Richtung Eifel und Ardennen. Ich fahre nicht so schnell, hatte schlecht geschlafen, bin eigentlich ziemlich müde (und mit Nudeln vollgefuttert sowieso kurz vor Suppenkoma) Unterwegs schwankt das Thermometer zwischen -2 und +4 Grad und die Sonne scheint sogar. Die Wettervorhersage offeriert vorerst trockenes Wetter, erst in der Nacht sollen Niederschläge aus dem Westen aufkommen. Naja, das könnte also noch gut gehen. Nach einer bequemen Autobahnfahrt geht es dann das letzte längere Stück über belgische Landstrassen weiter und schließlich komme ich in Harre an, wo ich dann erst mal zu früh abbiege (und trotzdem richtig rauskomme), aber dadurch die schneebedeckten Nebenstrassen erkunden kann. Wird nicht viel gestreut hier, höchstens Split! Schnee liegt hier fast überall, es gibt aber auch noch grüne Flächen und das ganze wechselt sich ständig ab. Ok, scheint ja eine schöne Mischung zu geben. x

 

Unterkunft

Im B&B Les Oiseaux de Passage checke ich ein, Glück gehabt, die haben ab 15:30 geöffnet und ich bin superpünktlich... das B&B liegt in einer Nebenstrasse im Ort, es ist ruhig, Dorfidylle eben. Kaum öffne ich die Tür, erschlägt es mich förmlich: echte uralte bunte Bodenfliesen, eine geschmackvoll eingerichtete Eingangshalle, die Gäste haben ihre Schuhe abgestellt, es läuft Mogli-Mucke und aus der Küche kommt leises Geklapper. Annick kommt sofort herbei und nach einer sehr freundlichen Begrüßung und einigem Gebabbel übers Laufen führt sie mich ins Zimmer im 1. Stock. Der Wahnsinn, ein schönes großes Zimmer, superschön eingerichtet, alte Möbel, alte Dekos, Boxspringbett und knarrende Dielenböden. Zimmer und Bad sind tiptop nagelneu renoviert, kein Wasserfleck, kein Staubkörnchen, einfach nur gemütlich und schön!! Also da gibt es nur eins: nochmal hinfahren und ein schönes Wochenende verbringen!!! Nach einer guten Stunde mache ich mich dann aber wieder auf den Weg, schließlich startet der Trail um 17:50 zum Sonnenuntergang!

 

Anfahrt

Da ich nicht so lange in der Kälte rumstehen wollte, bin ich eher spät los und deshalb leicht knapp mit der Zeit. Mein Navi schmeißt mir eine Route von knapp 10km raus und ich fahre los. Die Strassen sind teilweise fast schneebedeckt und rutschig, aber kein Grund zur Sorge. Komisch wird es mit erst, als ich rechts in einen steilen Feldweg einbiegen soll. Hä??? Nee, kann nicht sein, weiter. Dann wieder rechts rein, dieses mal ein nicht so steiler Weg, asphaltiert. Naja, Navi wird schon wissen, was das soll, also Augen zu und durch. Der Weg ist mal wieder typisch Belgien. Ich komme mir vor wie beim Bärentrail, da gab es auch so nette Feldwege... Fand ich aber damals schon doof und wollte ich eigentlich auch nicht mehr fahren... Aber wer A sagt, muß auch B sagen, nun bin ich ja abgebogen und wenden geht nicht mehr. Der Weg geht gut voran, irgendwann nach dem Waldstück wird er aber dann zum Feldweg mit dick Schnee drauf. Na super. Der Unterboden schurft ab und zu, ich liebe den Frontantrieb und hoffe, daß ich hier heile wieder rauskomme. Berghoch geht das alles recht gut, dann kommt das steile Stück runter. Die Fahrspur (also die Reifenrinnen) wird immer tiefer, ich jonglier mich so am Rand entlang, die Büsche rascheln schon am Lack, oh Mann, jetzt fang ich langsam an, mir Sorgen zu machen. Just als ich kurz vor scheiße-schreien bin, endet dieser Feldweg endlich auf einer asphaltierten Bauernstrasse. Egal wo ich jetzt bin, egal was jetzt noch kommt, schlimmer kann es kaum werden. Ich nehme mir fest vor, nun keinen wilden Weg mehr zu nehmen!!! Aber nun habe ich soviel Zeit verloren, es bressiert!!! Irgendwie bin ich wohl aber in der Nähe des Trail-Geländes gelandet, der Campingplatz Grand Bru bei Villers-Sainte-Gertrude. Und endlich, ich sehe Fußgänger und sogar Autos!! Das sind alles andere Läufer, die wie ich irrend durch die Gegend fahren und das Ziel suchen. Irgendwann folge ich meiner Intuition und einem dicken Kölner BMW mit Sommerreifen und habe Glück, der Campingplatz ist erreicht!!! Juhu!!! Jetzt erst mal schnell parken und ab zum Checkin, die Startnummer holen. Dann schnell Pipi und noch die Startnummer festmachen und puh... geschafft, 17:45 Uhr, ich stehe in der Startaufstellung und atme durch. Als ich allerdings mein Navi aus dem Rucksack nehmen will, hakt die Kordel. Was nun??? Rucksack abnehmen? Ich bitte einen anderen Starter, das mal zu entheddern. Stellt sich raus, daß ich die Sicherheitsnadel für das Nummernschild durch die Kordel gestochen habe. Oh nein!!! Er gibt alles und als der Startschuß ertönt, ist es geschafft: Navi ist frei, Nummer hängt wieder fest, es kann losgehen!!

 

Trail

Au backe, das war alles recht viel in der letzten Stunde. Insbesondere die Horror-Anfahrt über die Feldwege. Ich laufe erst mal fast nicht los, ist ja eh sofort Stau am ersten Singletrack (also der Trampelpfad zur ZufahrtsstrasseJ ). Das Feld zieht sich sofort auseinander und ich bin gut einsortiert, irgendwo an Stelle 1-3 von hinten. Habe nicht vor, irgendwo schnell zu laufen oder Fisimatenten auszuprobieren, habe belgische 43km vor mir und weiß, daß die das können und daß man da nicht rumalbern darf. Am Anfang in der Dämmerung kann ich mir noch das Licht sparen, aber irgendwann schalte ich meinen neuen Brenner an (auf Sparstufe) und trabe durch die teils verschneite Landschaft. Was wann wo genau war, bringe ich nicht mehr so genau zusammen, also hier mal ein paar Stichworte zur Strecke:

-       Viel Schnee, aber dieser ist festgeharscht, entweder gut zu laufen, oder eisglatt oder so hübbelig verfroren, daß man ständig um- und einknickt. Oft nur gehend zu schaffen

-       Viel Matsch, entweder gefroren und fies zu gehen, oder aufgetaut mit mehr oder weniger Tiefgang, dann ganz schön sumpfig (Es leben die schönen neuen Speed Cross GTX!!!)

-       Oft glatte Stellen aller Art, so z.B. zu Beginn der Strecke auf dem steilsten Abwärtsstück, hier war rutschen oder abstürzen jederzeit problemlos möglich... uiuiui

-       Steile Felsendinger mit Sicherungsseil (Tarzan yeah!!!)

-       Verlaubte Waldschneisen, total viele Singletracks, einige Waldwege, Felder und Gatter

-       Hindernispfad, einmal lagen über hunderte Meter umgesägte Laubbaumbüschel auf dem Weg, nicht laufbar, aber zum Stolpern super... auch etwas nervig muß ich zugeben

-       Beschilderung: leuchtende Pfeile und kleine Leuchfetzen in den Bäumen. Eigentlich ok, aber an einigen Abzweigungen war nichts zu sehen. Ein Lob auf mein Etrex, ohne das kleine Garmin wäre ich jetzt noch im Wald!!! Viele Läufer haben sich verlaufen und kamen wir vor allem am Anfang wieder entgegen. Etwas stressig...

-       Mein einziger Verlaufer war Dummheit, habe den Wegweise angeschaut aber nicht hingeschaut. Hatte Mordsdusel einen umsichtigen Nachläufer zu haben, der mich sofort zurückpfiff...

-       Spurensuche: anfangs war das einfach, entweder auf’s Navi hören, vielleicht mal ein seltenes Schild sehen, aber auf jeden Fall konnte ich dem plattgetrampelten Weg ganz einfach folgen. Später, als der Schnee fiel, gab es kaum noch frische Spuren, dafür aber mehr Leuchtfetzen. Alles in allem eine brauchbare Kombination

-       Die Nacht war sternenklar, zumindest die ersten Stunden. Ab halber 12 fing leichter Schneefall an, in Verbindung mit eisigem Wind nicht immer so dolle, aber wenn man in Bewegung bleibt, merkt man das kaum. Nur an den Anstiegen wurde es frisch

-       Verpflegung: bei km 17 und 29 gab es Wasser, Cola, Iso, Tuc-Kekse, Rosinen und Bananen. Völlig ausreichend! Bei Start und Ziel kam dann noch Gemüseeintopf dazu (sehr lecker!!!). Alles in allem verzehrte ich 1,2l Wasser, einen halben Rohkostriegel, ein Gel, 10 Tuc’s und 2 Handvoll Rosinen, natürlich auch die Suppe, die war super!!!!

-       Unterhaltung: ich dachte ja eigentlich, so im hinteren Feld die Nacht alleine für mich zu haben. Ist mir ja auch nicht schlimm, alleine zu laufen. Aber ich wurde nicht schlecht überrascht, ständig tauchten Leute auf, die sich verlaufen hatten und mich wieder einholten. Oder einige Ultras (man konnte auch 2 Runden laufen), die sich gemütlich fortbewegten. Und wie es dann so ist, fängste an zu babbeln und es stellt sich raus: hey, das ist also der Stephan aus dem Bergischen von der Laufbrigade Oberberg! Und wir hatten erst vor kurzer Zeit das Vergnügen, das Talsperrenhopping zusammengelaufen zu sein! Na sowas. Und Andreas kennt sich mit Rohkost und Ernährung aus, da kam natürlich ordentlicher Gesprächsstoff auf. Die mittlere Etappe mit den beiden war also richtig unterhaltsam und verging wie im Fluge!!! Wäre noch Horst zu erwähnen, der auch immer wieder auftauchte und Nr.12, dem ich meine Ersatzhandschuhe 10km vor Ende gab, weil er seinen einen verloren hatte.

-       WASSER: ja, wo Matsch ist, ist auch Wasser. Das war aber nicht tragsisch, dank GTX. Bei den beiden Bachüberquerungen jedoch (bei KM41 und 43), war dann Schluß mit lustig und ich hatte nasse Füße. Zumindest keine kalten, aber das Gematsche im Schuh ist echt ätzend...Werde über wasserdichte Socken nachdenken... Sagen wir mal so, im Sommer hätte ich die Bacheinlagen toll gefunden, bei Minusgraden war mir eher weniger nach Spaß zumute

-       Zieleinlauf: perfekt! Bei Tonnenfeuer kurz vor 2 Uhr nach 7:42 Stunden war der Lauf dann auf einmal zu Ende... Jeder Ankömmling wurde herzlich begrüßt und beschnackt und eine schöne Holzmedaille gab es außerdem. Dann erst mal Suppe reinziehen, leicht aufwärmen von innen und dann kommt so langsam die Freude hoch, das Ding unfallfrei (vor allem die ganzen Umknickerei glücklich) überstanden zu haben!

 

Rückfahrt

Nun galt es noch, wieder ins B&B zu gelangen... Ich muß schon zugeben, ich war die ganze Zeit beim Laufen bei diesem Gedanken: wie komme ich ohne Feldwege nach Hause??? Dass Schnee fällt, scheißegal. Dass es glatt sein könnte, scheiß egal. Hoffentlich muß ich nicht wieder durch diese Pampa!!! Ich laufe die letzten 500 Meter erst mal zum Auto zurück. Und ja klar, am Hang ömmelt ein Auto auf dem glatten Eisschnee und fährt sich gerade fest. Prima. Solange die Nase den Weg blockiert, brauche ich erst gar nicht loszufahren. Im Auto ziehe ich mir schnell noch eine dicke Jacke über, die nassen Klamotten sind gar nicht so schlimm und die Heizung wird’s schon richten. Zum Glück ist der Weg nun doch wieder frei und ich kann mich vom Parkplatz wegschlickern und rutsche dem Ausgang entgegen, geschafft. Die restliche Heimfahrt ist fast idyllisch, alles weiß, kaum Autospuren, fetter Schneefall. Navi hat auch keine Überraschungen mehr auf Lager und bietet die Tussilane an, die ich auch dankbar fahre. So komme ich um 2:15 im B&B an und liege wenig später vor der Heizung und taue die Füße an selbiger auf. JETZT ist es geschafft, jeahhh!!!

 

Der Tag danach

Nach einer guten kurzen Nacht gibt es ein phänomenales Frühstück: Baguette, Croissant, Brot, Brötchen, Tee, frischer O-Saft, selbstgemachte 6 Sorten Marmelade, Trockenfrüchte, Schokostreusel aus Harre, Schokolade aus Harre (die hab ich leider vergessen zu naschen), hausgemachter Joghurt, Käse aus der Nachbarschaft, Bio-Eier, 2 Sorten Wurst, sah auch nicht nach Aldi aus, Honig vom Lande... LECKER!!! Annick verwöhnt ihre Gäste perfekt und nimmt sich auch die Zeit für eine Unterhaltung über Laufstrecken oder sucht ihren Gästen lohnende Besichtigungsziele raus.

So mache ich mich dann doch auf die Weiterfahrt zur Mosel in meine Werktagsdatscha, tanke unterwegs in Belgien vorsichtshalber 10 Liter nach (5 hättens auch getan, kostet ja 25cent mehr pro Liter), kaufe im Supermarkt frische Vorräte ein, tanke in Luxemburg richtig günstig voll und genieße die Fahrt über die Käffer. Den eigentlich für heute Nachmittag geplanten Regenerationslauf an der Mosel verschiebe ich auf morgen, habe einfach keine Lust mehr... Zumal mich doch tatsächlich eine Blase am Zeh ereilt hat!!! Ferner ist Muskelkater im Anmarsch und ich bin noch fröstelig... Da gönne ich mir mal eine Sofasession J

 

Equipment

Alles richtig gemacht diesmal!

-       Wasserdichte Salomons (Speed Cross 4)

-       Lange Hose, kurze Hose drunter und drüber meine nagelneue MTB-Regenhose, die geht bis zum Knie und ich hatte keine kalten Beine!!

-       4 Schichten (mein Glücksshirt vom RHEX, Tchibo langarmig in türkis, Laufhemd langarmig drüber, auch türkis und meine ALDI-Regenfolie in zartneongelb)

-       Drachenlaufhalstuch und Mütze

-       Trailrucksack mit Ersatzhemd für Notfälle und 1,2l Wasser, 2 Rohkostriegel (waren mit zu kalt zum Essen) und 2 Gels zum Anschieben

-       Lampe: die neue Silva kam zum Einsatz und hat die ganze Zeit durchgeleuchtet, die letzten 10km volle Pulle. Ersatzpack hatte ich dabei, war aber nicht nötig. Sehr gut!!

-       Stöcke: KEINE dabeigehabt, auch wenn ich mir an jedem Anstieg selbige gewünscht habe, schlußendlich ging es auch ohne.

-       Handschuhe: die dünnen Merinos von Icebreaker, geile Dinger, ich hatte ausnahmsweise mal keine kalten Finger!!!

-       Garmin etrex 20x, mein kleines Navilein, ohne das Ding gehe ich kaum noch aus dem Haus ;-) wasserdicht, stoßfest, anhänglich dank Rettungskordel ;-)

 

Fazit

Die Belgier haben einfach geile Strecken!! Das wird trotz aller Mühe und Stress bei der Anfahrt nicht die letzte Aktion gewesen sein!!

 

...es geht wieder los!!! so mehr oder weniger werde ich mich wohl bei diesen gelegenheiten durch die schöne landschaft schleppen...

 

10.2. trail in belgien ERLEDIGT :-)

24.2. G1 in kölle ERLEDIGT :-)

3.3. horchheimer HM ERLEDIGT :-)

17.3. wiedtal ultra trail ERLEDIGT :-)

24.3. saalezeitung marathon ERLEDIGT :-)

25.3. sommerzeitlauf koblenz ...geschwänzt...

7.-12.4. bergische 5 mini JUHU ERLEDIGT!!!

15.4. UPS! crete marathon ERLDIGT :-)

1.5. lohners marathon ERLEDIGT :-)

10.5. wandertag in rengsdorf ERLEDIGT :-)

26.5. rennsteig ERLEDIGT!!! 

16.6. ahrathon

30.6. naachschicht in kölle

22.7. trail römische weinberge

11.8. pfälzer felsentrail

1.9. sonut

6.10. black forest trail run

11.11 um 11:11 uhr: karneval-marathon in köln

 

na dann!!!